Fatale Entscheidung!

Wer glaubt, dass Zitronenfalter Zitronen falten, der glaubt auch, dass der Deutsche Bauernverband stets die Interessen der Deutschen Bauern vertritt. Gerd Sonnleitner und seine Funktionärs-Riege jubeln über den gestrigen Beschluss des Bundesrates, weiterhin 30 Millionen Hühner aus einem einzigen Grund tagaus, tagein quälen zu dürfen: aus purer Profitgier.

Wenn es je einen sinnvollen rot-grünen Tierschutz-Beschluss gegeben hat, dann den, dieser unsäglichen Quälerei durch die Abschaffung der Käfighaltung und die deutliche Vergrößerung des vorgeschriebenen Lebensraums für Hochleistungshennen endlich ein Ende zu machen. Was da gestern auf Druck einiger Hühnerbarone und des Bauernverbandes wieder kassiert wurde, ist die Bankrotterklärung jeder vernünftigen, ausgewogenen Politik, die - wenn sie glaubwürdig bleiben will - immer beides im Auge behalten muss: die Wirtschaftlichkeit und den Tierschutz. Letzerer aber wird mit großem Getöse von den Herren Sonnleitner & Co. immer dann ins Feld geführt, wenn er sich als Argument für den Kauf deutscher Produkte eignet. Einen Wert an sich stellt er nicht dar. Auch die großen Parteien CDU und SPD interessieren sich nicht mehr für das Schicksal der Hühner, sondern ausschließlich für die Wettbewerbsbedingungen der Hühnerbarone. Das mag kurzfristig funktionieren, langfristig ist es fatal für die Landwirtschaft, die in besonders hohem Maße vom Vertrauen der Verbraucher abhängig ist. Bleibt zu hoffen, dass die Grünen ihre Ankündigung wahrmachen und erneut vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, um dieser Quälerei höchstrichterlich ein Ende zu bereiten. d.schwickerath@volksfreund.de