FBI-Agent: Mister DuPont heißt Rice

Ist die Landesregierung bei der geplatzten Privatfinanzierung des gigantischen Nürburgring-Ausbaus tatsächlich einem international bekannten Betrüger aufgesessen, und ist dessen Identität jetzt gelüftet?

Mainz. (us) Der Südwestrundfunk (SWR) hat Hinweise, dass sich hinter dem ominösen Investor Pierre Sloan DuPont ein Amerikaner (62) aus Arizona verbergen könnte, der wegen Betrugs in England und in den USA mehrere Jahre im Gefängnis saß. Dieser Mann, der früher wohl James Rice hieß, soll bei Betrügereien mehrfach als angeblicher Millionär DuPont aufgetreten sein. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatte im Juli 2009, nach dem Rücktritt von Finanzminister Ingolf Deubel, den Namen DuPont genannt. Bis dahin war er noch davon ausgegangen, jener DuPont gehöre zur reichen Chemie-Dynastie aus Delaware. Doch die Unterschriften auf den Schecks über 100 Millionen Dollar schienen am 3. Juli plötzlich gefälscht. Unterschrieben hatte die Schecks der Schweizer Urs Barandun, der mit den für den Ring tätigen Finanzmaklern der Pinebeck GmbH zusammenarbeitete und angeblich eine Vollmacht jenes DuPont hatte. Die sofort eingeforderte Provision von vier Millionen Euro wurde noch in letzter Minute gestoppt. Als Nachweis für das Geschäftsinteresse des angeblichen DuPont hatte die Nürburgring GmbH Firmenunterlagen und eine Passkopie des Amerikaners erhalten. Nach SWR-Angaben haben mehrere Personen auf dem Passfoto aber James Rice wiedererkannt, darunter ein Ex-FBI-Agent aus Oklahoma und ein Ermittlungsleiter der Londoner Polizei. Der 1999 in London wegen Scheckbetrugs festgenommene Rice soll heute in Beverly Hills leben. Ob aber Rice alias DuPont mit Pinebeck und Barandun tatsächlich zusammenarbeitete, bleibt weiter offen. Die Koblenzer Staatsanwaltschaft äußert sich dazu nicht. Sie versucht seit November 2009 in einem Rechtshilfeersuchen zu klären, ob Baranduns Schecks auf dem Konto von irgendeinem Mister DuPont bei der Wells Fargo Bank (Los Angeles) gedeckt waren. Deubel hält dies bis heute für möglich. Der Investor, der dem Ring den großen Geldregen versprochen hatte, trug das Wort "Wunder" übrigens im Firmennamen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort