Feiertag verlängert Sommerferien - aber nicht überall

Feiertag verlängert Sommerferien - aber nicht überall

Seit zehn Jahren haben in Rheinland-Pfalz die Sommerferien nicht mehr so früh begonnen wie in diesem Jahr. Offiziell starten sie am 27. Juni. Nur 1981 endete das Schuljahr noch früher, damals war Ferienbeginn am 19. Juni.

Trier. Die meisten Schüler in der Region - bis auf die in Trier und Wittlich - dürfen sich nach einer (nicht repräsentativen) Umfrage des TV in diesem Jahr über zwei zusätzliche Ferientage freuen. Für sie beginnen die Sommerferien bereits am 23. Juni (Fronleichnam). Sie haben an dem Brückentag nach dem Donnerstagsfeiertag frei. Ihre Schule hat einen sogenannten beweglichen Ferientag auf den Freitag gelegt.

Jede Schule verfügt über vier solcher beweglichen Ferientage. "Mit ihnen können besondere örtliche Verhältnisse (z.B. Heimatfeste, Renovierungsarbeiten im Schulgebäude) berücksichtigt oder einzelne Ferienabschnitte verlängert werden", heißt es in der rheinland-pfälzischen Ferienordnung. Allerdings schreibt die Ferienordnung vor, dass die Termine der beweglichen Ferientage für alle Schulen einer Gemeinde einheitlich sein sollen.

In Trier und in Wittlich hat man sich entschlossen, in diesem Jahr nach Fronleichnam nicht freizumachen, sondern wie vorgesehen am Freitag die Zeugnisse auszuteilen.

Statt auf den Brückentag wird einer der beweglichen Tage auf Fastnacht gelegt, etwa auf den Freitag nach Weiberdonnerstag. An Rosenmontag und Fastnachtsdienstag ist in den meisten Schulen (ebenfalls wegen beweglicher Ferientage) ohnehin schon frei.

Ein weiterer beweglicher Ferientag wird zumeist für den Brückentag nach Christi Himmelfahrt verwendet.

Damit haben viele Schulen ihr Kontingent an zusätzlichen Ferientagen aufgebraucht. Mancherorts hat man sich mittels eines "Tricks" noch einen zusätzlichen Tag geschaffen.

Der Trick mit den Samstagsüberstunden



Ein Samstag wurde dort kurzerhand zu einem Schultag erklärt, die dann gemachten "Überstunden" werden dann an einem zusätzlichen, fünften beweglichen Ferientag abgebaut.

Die Kultusministerkonferenz, also der Zusammenschluss der Bildungsminister der Länder, hat festgelegt, dass die Sommerferien in den 16 Bundesländern in einem Zeitraum von 82 Tagen gestaffelt werden sollen.

Um zu verhindern, dass alle gleichzeitig in den Sommerurlaub starten und es damit zu noch größeren Verkehrsstaus kommt, wurden die Bundesländer in fünf Gruppen aufgeteilt, in denen jeweils die Sommerferien zum gleichen Zeitpunkt beginnen und enden. Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland bilden eine Gruppe, Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland ist als einziges in einer Gruppe.

Die Ferientermine der Gruppen verschieben sich von Jahr zu Jahr.

So beginnen die Sommerferien in Rheinland-Pfalz im nächsten Jahr am 2. Juli, im Jahr darauf eine Woche später und 2013 müssen die Schüler sogar bis Ende Juli in die Schule gehen, ehe die ersehnten Sommerferien beginnen.

Meinung

Schluss mit der dreisten Abzocke!

Dass die Sommerferien in diesem Jahr an unterschiedlichen Tagen beginnen, je nachdem, wo man wohnt, ist unschön. Das hätte man bei der vor drei Jahren festgelegten Ferienregelung berücksichtigen müssen: Also einheitlicher Ferienbeginn am Tag vor dem Feiertag, dafür die Ferien zwei Tage früher enden lassen. Das hätte den wegen des ohnehin schon kurzen Schuljahrs vorhandenen Stress für Schüler und Lehrer zwar noch vergrößert, damit wäre aber das jetzige Chaos erspart geblieben. Das wirklich Ärgerliche ist jedoch, dass die Reiseanbieter die Ferienzeit gnadenlos dazu nutzen, Familien abzuzocken. Es kann doch nicht sein, dass der gleiche Urlaub einen Tag später 1000 Euro mehr kostet, nur weil dann bereits Ferien sind. Wer schulpflichtige Kinder hat, hat keine Möglichkeit, dieser üblen und immer schlimmer werdenden Preistreiberei aus dem Weg zu gehen. Das ist einfach nur dreist. b.wientjes@volksfreund.de

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