| 20:39 Uhr

"Feuerwehr ist eine Lebenseinstellung"

Feuerwehrleute der Bitburger Wehr bei einem Einsatz Ende vergangenen Jahres im Stadtgebiet. TV-Foto: Archiv/Markus Angel
Feuerwehrleute der Bitburger Wehr bei einem Einsatz Ende vergangenen Jahres im Stadtgebiet. TV-Foto: Archiv/Markus Angel FOTO: (e_bit )
Trier. Wer in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist, opfert oft einen Großteil seiner Freizeit für sein Ehrenamt. Warum eigentlich? Rolf Seydewitz

Trier Warum gehen Frauen und Männer aus der Region zur Feuerwehr? Und was hält andere ab, sich ebenfalls dort zu engagieren?, hat der TV auf seiner Internetseite gefragt. Hier dokumentieren wir einen Teil der Antworten: Manuel Peters Ich bin schon seit 24 Jahren in der Feuerwehr. Seit zwei Jahren bin ich bei uns im Ort der Wehrführer, habe drei Kinder, von denen zwei schon in der Jugendfeuerwehr mitmachen. Ein Leben ohne dieses Hobby kann ich mir nicht vorstellen. Anderen zu helfen ist eine super Sache.Meike Martini Ich war in der Jugendfeuerwehr und habe es geliebt. Wäre ich damals nicht weggezogen, wäre ich vielleicht immer noch dabei. Was mich jetzt davon abhält? Mein Kind. Ich kann nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit spontan weg, weil Einsatz ist. Die Freiwillige Feuerwehr bei uns im Ort wird jedoch größtenteils mit Respekt und Anstand behandelt, das habe ich in anderen Orten schon anders erlebt.Fritz Borde Der TV soll mal die Trie rer Stadträte fragen. Über 90 Prozent von denen halten die Freiwillige Feuerwehr für einen Club wie Karnevals- oder Fußballverein und nicht für eine kommunale Pflichtaufgabe. Die Stadt Trier zahlt zum Beispiel für Lehrgänge keine Lohnfortzahlungen, sondern nur pauschale Beiträge. Von der mangelhaften und alten Ausrüstung mal ganz zu schweigen.Sandra Ludwig Charles Ich bin Mutter von zwei Kindern und aktive Helferin bei der Feuerwehr und bei den Maltesern. Familie und Ehrenamt lassen sich vereinbaren. Ich war und bin zeitlich zwar nicht so einsetzbar wie ein Junggeselle ohne Kinder, aber trotzdem kann ich helfen. Wenn viele ein bisschen helfen, ist es besser, als wenn keiner hilft. Pascal Schmid Ich bin nicht bei der Feuerwehr, kenne aber Leute, die in der Feuerwehr sind. Ich weiß nicht genau, was mich davon abhält, vielleicht ist es die Flexibilität. Eine hohe Flexibilität muss schon mitgebracht werden, nur macht das nicht jeder Arbeitgeber mit. Und was sagen die jeweiligen Familien dazu, wie verständnisvoll sind die?René Hauprich Der Trainer einer Spielgemeinschaft bekommt 450 Euro, ein Wehrführer 30 Euro. Solange das so ist und man selbst mittlerweile für eine Alarmierung bezahlen soll ... Viel Spaß!Marc Hemmer Ich bin in der Freiwilligen Feuerwehr Saarburg, weil man Menschen in einer Notlage helfen und unterstützen kann. Außerdem ist es eine tolle Kameradschaft. Je mehr Menschen aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr mitarbeiten, um so besser kann die anfallende Arbeit auf viele Schultern verteilt werden.Wilfried Kootz Personalengpässe kennen wir in der Freiwilligen Feuerwehr Bickendorf-Ließem dank einer guten Arbeit in unserer Jugendfeuerwehr, aber auch dank einer guten Kameradschaft, nicht. In den vergangenen zwölf Monaten konnten wir neun Zugänge verzeichnen und haben jetzt insgesamt 38 aktive Feuerwehrleute in der Wehr. Stefan Fiedler Ich bin freiwilliger Feuerwehrmann, weil man einfach jedem Menschen helfen kann. Weil man der Bevölkerung etwas zurückgeben kann. Weil man einfach was für andere tun kann und darf! Niemand möchte in die Situation kommen, die Feuerwehr zu brauchen, aber jeder ist froh, wenn sie kommt! Und dafür brauchen die Feuerwehren motivierten Nachwuchs. Thomas Spieles Nicht nur die Freiwillige Feuerwehr hat Probleme mit Mitgliederzahlen, auch die anderen Hilfsorganisationen im Rettungs- und Sanitätsdienst sowie im Katastrophenschutz. Ich selbst bin aktives Mitglied beim Malteser Hilfsdienst in Wittlich und das aus Kameradschaftsgründen, dem Dienst am Menschen und dem hervorragenden Gefühl, ein wichtiger Teil für die Gesellschaft zu sein. Problematisch ist definitiv die fehlende öffentliche Anerkennung des Ehrenamts in der Gesellschaft und in der Politik. Bernd Rehles Ich bin als "Spätberufener" erst vor neun Jahren zur Feuerwehr gestoßen. Meine Motivation: Ich kann der Gesellschaft dienen, und wenn man Leben oder nur Sachwerte retten kann, ist das ein großartiges Gefühl. Leider haben auch wir Probleme, neue Leute für die Feuerwehr zu begeistern.Lars Eichten Ich bin 17 Jahre im Feuerwehrwesen aktiv. Warum ich dies alles tue, frage ich mich manchmal selbst. Der zeitliche Aufwand ist enorm, die Verantwortung sehr groß, und ein Dankeschön kommt nur bei den wenigsten über die Lippen. Die Feuerwehr ist eines der schönsten Hobbys der Welt, nirgends kann man Menschen so direkt und oft einfach helfen, sieht man mal ab von THW und Rotem Kreuz. Die Feuerwehr ist nicht nur ein Verein, sondern eine Lebenseinstellung die oft persönliche Opfer fordert.Norbert Mart Vor zwei Wochen habe ich es bei einem Einsatz wieder einmal gemerkt: Man geht gemeinsam mit seinem Kollegen in eine fremde Wohnung, macht unterwegs eventuell noch etwas kaputt, weiß nicht, was einen erwartet, und wird dann mit einem Lächeln empfangen; die Leute sind froh, wenn man hilft. Darum macht Feuerwehr Spaß.