Fieberhafte Suche nach dem Erreger

Mehr Fragen als Antworten: Die Suche nach der Ursache der mysteriösen Todesfälle und Erkrankungen in einem Seniorenheim in Hillesheim gestaltet sich schwieriger als erwartet. In dem Eifelstädtchen wächst - allen Beschwichtigungen zum Trotz - die Verunsicherung.

 Ausnahmezustand: das Seniorenheim in Hillesheim. TV-Foto: Mario Hübner

Ausnahmezustand: das Seniorenheim in Hillesheim. TV-Foto: Mario Hübner

Hillesheim/Daun. "Ich will Antworten, denn alles, was ich weiß, habe ich aus dem TV. Wie stehe ich denn da, wenn die Leute mich permanent fragen, was los ist, und ich nichts sagen kann, weil ich nicht informiert worden bin?" echauffiert sich Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU). Doch auch nach der Pressekonferenz in der Dauner Kreisverwaltung mit Amtsarzt Dr. Volker Schneiders, Vertretern des Landesuntersuchungsamts (LUA), der Heimleitung und des DRK ist er nicht viel schlauer als zuvor. Das liegt aber primär daran, dass auch die Experten und Verantwortlichen im Trüben fischen. Nur ein gestern Abend bei einer Patientin nachgewiesenes Virus könnte Licht ins Dunkel bringen. Es sind aber weitere Untersuchungen notwendig.

Einige Ursachen werden mittlerweile ausgeschlossen - wie: Vergiftung durch Lebensmittel (da auch andere Einrichtungen durch die Küche des Seniorenheims beliefert werden, es dort aber keine Auffälligkeiten gab) oder durch Trinkwasser. Die Frage, ob Lösungsmittel oder Dämpfe von Farben oder aus der Wohnungseinrichtung im betroffenen Bereich Ursachen sein könnten, ist unter den Experten strittig.

So bleibt Amtsarzt Schneiders nur zu sagen: "Wir haben das eine Virus, aber noch keinen richtungsweisenden Pfad." Das Positive aber ist nach Worten des Mediziners: "Seit Dienstag, 12 Uhr, haben wir keine weiteren Erkrankten. Das lässt hoffen."

Hoffnung, dass der Erreger rasch gefunden wird und sich nicht noch weitere Menschen anstecken, aber auch Verunsicherung und Ratlosigkeit sind derzeit die vorherrschenden Gefühle in Hillesheim. Ein Hillesheimer bringt es auf den Punkt: "Hier versteht keiner, wie man in der heutigen Zeit so lange brauchen kann, um die Ursache für solch eine Erkrankung zu finden."

Ins Personal hingegen haben die Angehörigen, mit denen der TV sprechen konnte, weitgehend Vertrauen. So sagt der Sohn einer Heimbewohnerin: "Bei so einer Sache ist man nie beruhigt; so wie ich die Heimleitung und das Personal aber kenne, tun die alles Erdenkliche." In die gleiche Kerbe schlägt Heike Theisen, deren 86-jährige Mutter im Haus wohnt, allerdings außerhalb der Quarantäne-Station. Sie sagt: "Ich vertraue der Heimleitung." Ihr Bruder Hans-Hermann Voges pflichtet ihr bei: "Im ersten Moment hatte ich Sorgen, aber nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen bin ich beruhigt." Zudem wisse er, dass sich die Mitarbeiter "ins Zeug legen und kümmern". Es seien aber, wie überall, zu wenige. extra Das Dauner Gesundheitsamt leitet die Untersuchungen zu den Ursachen für die Erkrankungen der Hillesheimer Heimbewohner. Unterstützt wird es unter anderem vom Landesuntersuchungsamt (Lua) in Koblenz. Man berate die Fachleute vor Ort, sagt Lua-Sprecherin Kerstin Stiefel. Derzeit würden hauptsächlich Fakten zusammengetragen. Etwa, welche Symptome aufgetreten sind, was die Bewohner gegessen haben oder ob es in den Räumen Stoffe gibt, die toxisch wirken. (wie)

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