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Flughafen Hahn: Ex-Geschäftsführer entgeht Anklage

Flughafen Hahn: Ex-Geschäftsführer entgeht Anklage

Hahn/Koblenz (flor/dpa) Die Anklage gegen einen ehemaligen Geschäftsführer des Flughafens Hahn erlebt eine überraschende Wende: Das Landgericht Koblenz lehnt es ab, eine Verhandlung gegen Jörg Schumacher und drei weitere Beschuldigte zu eröffnen. Dem Gericht ist die Anklage nicht stichhaltig genug.

"Nach Auffassung der Kammer kann ein Tatnachweis mit den zur Verfügung stehenden Beweismitteln nicht geführt werden", teilte eine Sprecherin des Gerichts mit. Die Allgemeine Zeitung in Mainz zitiert aus einem 19-Seiten-Bericht des Landgerichts, es bestehe "keine hinreichende Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung der Angeschuldigten".
Die Staatsanwaltschaft Koblenz wehrt sich gegen die Entscheidung und legt Beschwerde ein. Auf TV-Anfrage teilt Oberstaatsanwalt Rolf Wissen mit: "Wir sind der Auffassung, dass die Beweiswürdigung durch die Kammer nicht zutrifft." Zu Einzelheiten, wie die Beschwerde begründet sei, wolle sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Darüber entscheiden muss nun das Oberlandesgericht in Koblenz.
Die Ermittlungen gegen Schumacher und weitere Beschuldigte reichen bis März 2014 zurück. Dabei ging es um Verträge der Flughafengesellschaft mit einer Firma für die Passagierabfertigung. Im Juli vergangenen Jahres erhob die Staatsanwaltschaft unter anderem Anklage gegen vier Beschuldigte wegen Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit. Die Gesamthöhe der Zuwendungen wurde mit 153 850 Euro angegeben. Alle vier Beschuldigten haben die Vorwürfe stets zurückgewiesen.