Folgenreicher Baby-Knick

Es müssen nicht gleich Schreckensszenarien mit Geisterdörfern oder einem Land als Altenheim sein, um auf heraufziehende Veränderungen durch den demografischen Wandel aufmerksam zu machen. Doch die aktuellen Zahlen belegen: Die des Nachwuchses müden Deutschen müssen künftig mit dem Bevölkerungsschwund leben.

Was derzeit noch auf leisen Sohlen daher kommt, wird sich jedoch zu einer immensen Herausforderung entwickeln. Die durch Abwanderung gebeutelten Regionen in den ostdeutschen Bundesländern geben nicht gerade hoffnungsvolle Beispiele. Der bundesweite Bevölkerungsrückgang kommt allerdings nicht aus heiterem Himmel. Seit Beginn der 70er Jahre ist die Babyquote deutlich abgesackt und die Zahl der Sterbefälle erheblich höher als die der Geburten. Die in Generationen denkenden Statistiker kamen mit ihren Hinweisen bei den auf Wahlperioden fixierten Politikern nur nicht durch. Wenn jetzt eilig über neue Kinderfreundlichkeit und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf geredet wird, bleibt festzustellen, dass rechtzeitiges Gegensteuern verpasst wurde. Die Kehrtwende kommt erst einmal zu spät. Der Baby-Knick ist folgenreich. Zu lange wurde bei Familienpolitik, Betreuung und Bildung geknausert. Zu oft werden allerdings auch Kinder als hinderlich für Berufskarriere und Selbstverwirklichung angesehen. Daneben haben die gewachsenen Zukunftsängste nicht gerade die Lust auf Nachwuchs beflügelt. Land und Kommunen müssen nicht nur grundlegend umplanen, sie müssen Lebensqualität bieten, um die weniger werdenden Menschen zu halten. Für manche Gemeinde in der Eifel oder auf dem Hunsrück wird das zur Überlebensfrage. Wohl dem, der - wie der Landkreis Trier-Saarburg - ein prosperierendes Wirtschaftszentrum vor der Tür hat. j.winkler@volksfreund.de