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Frankreich: Striktes Verbot für Horror-Clowns an Halloween

Frankreich: Striktes Verbot für Horror-Clowns an Halloween

Aggressive Clowns, die Passanten überfallen, versetzen Frankreich seit gut zwei Wochen in Angst. Die bösen Spaßmacher dürften Halloween für ihre eigenen Zwecke nutzen. Eine südfranzösische Kleinstadt verhängte deshalb bereits ein Clown-Verbot.

Halloween ist kein Fest, das in Frankreich groß gefeiert wird. Doch dieses Jahr wird die Nacht zum 1. November nicht unbemerkt vorbeigehen, denn unter Gespenster, Knochenmänner und Hexen könnten sich auch böse Clowns mischen. Die aggressiven Spaßmacher, die Passanten überfallen, verbreiten in Frankreich schon seit Mitte Oktober Angst und Schrecken. Vor Halloween treffen die Behörden deshalb ihre Vorkehrungen: "Es ist jeder Einzelperson über 13 Jahren verboten, als Clown verkleidet herumzulaufen", steht in einer Verordnung der südfranzösischen Gemeinde Vendargues. "Das strikte Verbot gilt am 31. Oktober und 1. November, um jede Verwechslung mit Halloween zu vermeiden."

Überfälle wie der am Wochenende im nur elf Kilometer entfernten Montpellier brachten den Bürgermeister von Vendargues zu dem Verbot. Ein junger Mann hatte da am Wochenende mit einer Metallstange auf einen 35-jährigen Geschäftsmann eingeprügelt. "Zuerst habe ich drei junge Leute gesehen, von denen einer eine Maske trug, und mir nichts dabei gedacht", schildert das Opfer in der Zeitung "La Dépeche du Midi" die Attacke. "Aber der mit der Maske stürzte sich auf mich. Die Maske war wirklich furchterregend: ich bin losgelaufen."

" Zombie Walk" abgesagt

Doch der Angreifer erwischte sein Opfer und verletzte es am Rücken. Der Übeltäter wurde festgenommen und am Montag in einem Schnellverfahren zu zwölf Monaten Haft verurteilt. Auch im Badeort Agde, rund 70 Kilometer von Vendargues entfernt, wurde eine Bande von 14 halbwüchsigen Clowns geschnappt, die auf dem Parkplatz eines Gymnasiums ihr Unwesen trieb.

Das Phänomen der Horror-Clowns, das eigentlich aus den USA kommt, verbreitet sich vor allem in den sozialen Netzwerken rasend schnell. Auf Facebook gibt es bereits Seiten wie "Die Clowns in Toulouse", die vor den weiß geschminkten Angreifern warnen. Da vom Elsass bis nach Bordeaux jede Region inzwischen vertreten ist, herrscht eine regelrechte Clown-Psychose. Die Aufregung ist so groß, dass die Stadtverwaltung von Lille ihre Erlaubnis für den "Zombie Walk" verweigerte, der seit fünf Jahrenam 1. November stattfindet. Als Zombies geschminkte Fans von Horrorfilmen ziehen dann zu Hunderten durch die nordfranzösische Stadt. Offiziell begründeten die Behörden das Verbot mit dem Ansehen der Stadt, doch die Organisatoren führen auch die aggressiven Clowns als Grund an.

Die bösen Spaßvögel haben allerdings auch schon ihre Gegner gefunden: selbsternannte Clown-Jäger üben Rache für die Angriffe. Mit Baseball-Schlägern, Messern oder Eisenstangen bewaffnet, wollen die "Anti-Clowns" die Übeltäter aufspüren. Der Polizei sind die Selbstverteidiger genauso suspekt wie die aggressiven Clowns selbst. Sie hat nur einen Tipp im Falle einer Clown-Attacke: den Polizei-Notruf.