Freiwilligendienste sind gefragt – und manchmal auch ein Sprungbrett

Freiwilligendienste sind gefragt – und manchmal auch ein Sprungbrett

Die Sorgen waren unbegründet: Das Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist beliebt. Heute tritt die 100?000. Helferin ihren Dienst an. In Rheinland-Pfalz sind 1050 „Bufdis“ im Einsatz, darunter Senioren und ehemalige Arbeitslose. Für einige war der BFD ein Sprungbrett in einen festen Job.

Als der Zivildienst im Juli 2011 abgeschafft wurde, suchten auch in der Region Trier viele soziale und karitative Einrichtungen händeringend Interessenten für das Nachfolgemodell Bundesfreiwilligendienst (BFD). Die Skepsis war groß, ob es ausreichend Interessenten für die bundesweit 35.000 BFD-Stellen gibt. Zwei Jahre später haben sich die Bedenken längst zerstreut. Inzwischen gibt es sogar mehr Bewerber als Stellen. Hans Wax, im Bistum Trier und beim Caritasverband zuständig für den Freiwilligendienst, fordert deshalb bereits, der Bund müsse mehr Geld zur Verfügung stellen, damit weitere BFD-Stellen geschaffen werden können. Derzeit werden die 35?000 Plätze mit 200 Millionen Euro jährlich gefördert.

Die auch "Bufdis" genannten Freiwilligen können eine Zeit lang in Krankenhäusern oder Behindertenheimen, aber auch im Bildungs-, Sport- oder Kulturbereich mitarbeiten und erhalten ein Taschengeld von maximal 348 Euro monatlich. Im Unterschied zum Zivildienst gibt es keine Altersbegrenzung. So sind von den bundesweit knapp 34.000 BFDlern 700 bereit über 65. In Rheinland-Pfalz sind es 13 Frauen und Männer. "Das sind Senioren, die noch fit sind und gerne mit anpacken wollen", sagt Experte Wax, in dessen Abteilung 600 Freiwillige betreut werden.

Die Motive der Bewerber sind völlig unterschiedlich: Da sind die jungen Leute, die vor dem Studium erst mal noch in die Praxis reinschnuppern möchten. Da sind die etwas Älteren, die sich nach der sogenannten Familienphase neu orientieren wollen. Oder da sind die Arbeitslosen, die darauf hoffen, durch den Freiwilligendienst womöglich einen festen Job zu bekommen. Der Trierer Experte kennt Beispiele, wo dies gelungen ist.

Die Mainzer Familienministerin Irene Alt (Grüne) lobt den BFD als wertvollen Dienst an der Gesellschaft. Ihr einziger Kritikpunkt: Es gebe jetzt mehrere Freiwilligendienste mit unterschiedlicher Förderung. "Diese Konkurrenzsituation zwischen den Diensten halte ich nicht für gut", sagte Alt dem Volksfreund.

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