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Für Peer Steinbrück wird es immer enger

Für Peer Steinbrück wird es immer enger

Auch wenn die Entscheidung noch längst nicht gefallen ist: Aktuelle Umfragen dokumentieren, dass sich die Prognosen der letzten Monate für die Bundestagswahl im September verfestigen. Die CDU legt weiter zu, SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kommt nicht aus dem Tief.

Trier. Angela Merkel muss zurzeit nur eines fürchten: die anhaltende Schwäche ihres Koalitionspartners FDP. Die Liberalen liegen im repräsentativen ARD-Deutschlandtrend weiter unter der Fünf-Prozent-Marke und müssen, wenn sich nichts Grundlegendes ändert, auf Leihstimmen von CDU-Wählern hoffen, die Schwarz-Gelb retten wollen.Bundestagswahl 2013


Angela Merkel baut ihren persönlichen Vorsprung auf den Herausforderer aus: 58 Prozent würden sie bei einer Kanzler-Direktwahl vorziehen, nur 27 Prozent Peer Steinbrück. Noch schmerzhafter für den Kandidaten der Sozialdemokraten: Selbst jeder dritte SPD-Wähler gäbe bei einem direkten Duell der Kanzlerin seine Stimme. Und nur neun Prozent aller Wähler glauben an eine Chance für Rot-Grün - die einzige realistische Machtkonstellation für Steinbrück.
Im Gefolge ihrer Chefin legt die CDU um ein Prozent auf 42 zu, die SPD geht auf 25 Prozent zurück - was selbst mit den 14 Prozent für die Grünen weniger wäre, als die CDU allein aufbietet. Die Linke muss sich wenig Sorgen um den Einzug ins Parlament machen, die Piraten umso mehr. Die Euro-Kritiker von der AfD verschwinden bei der Tagesthemen-Umfrage im Sammelsurium der "sonstigen" Parteien.
Das ist der wesentliche Unterschied zum Stimmungsbild der TV-Leserbefragung. Da legt die AfD sogar von 7,7 Prozent im Juni auf neun Prozent zu. Auch die FDP klettert von 2,7 auf fünf Prozent. Allerdings sind gerade die Zahlen der kleinen Parteien mit großen Fragezeichen behaftet. Umso deutlicher die Parallelen bei den Großen: CDU und SPD liegen auch bei den TV-Lesern 18 Prozent auseinander. Noch drastischer die Kluft bei den Kandidaten: Merkel wollen 51 Prozent der Befragten, Steinbrück nur 20 Prozent. Fast ein Drittel der Leser sagt aber auch: weder - noch.Extra

Für den ARD-Deutschlandtrend hat das Institut In fratest dimap im Auftrag der Tagesthemen vom 1. bis 3. Juli telefonisch 1505 wahlberechtigte Bürger befragt (repräsentative Zufallsauswahl). Die Volksfreund-Umfrage zeichnet ein Stimmungsbild der Leserinnen und Leser dieser Zeitung. 525 Teilnehmer haben vom 29. Juni bis 3. Juli online die Sonntags- und die Kanzlerfrage beantwortet. red