Für Unwillige die Peitsche

Nun ist es also auch offiziell raus: Wer nicht mit den USA in den Irak-Krieg gezogen ist, wird vom Wiederaufbau des Landes ausgeschlossen. Denn die "Unwilligen" verdienen es aus Sicht der Bush-Administration eben nicht, wirtschaftlich im Nachhinein zu profitieren.

Genau diese Kriegsverweigerer, wie Deutschland und Frankreich zum Beispiel, will Washington jedoch jetzt gleichzeitig über die Uno in die militärische Befriedung des Landes mit einbinden, um die eigenen Streitkräfte zu entlasten und die immensen Kostenlasten auf zusätzliche Schultern zu verteilen. Das hat mit Chuzpe jetzt nichts mehr tun. Es wird vielmehr deutlich, wie unprofessionell, ja geradezu dilettantisch und ohne einen Hauch von Fingerspitzengefühl im Weißen Haus unter George W. Bush Außenpolitik betrieben wird. Dieser Präsident braucht sich nicht zu wundern, wenn die "Unwilligen" ihm auch diesmal wieder die kalte Schulter zeigen, natürlich - den diplomatischen Stil des "alten Europa" pflegend - ohne allzu laut auszusprechen, was man denkt: Sollen doch die, die sich die Suppe eingebrockt haben und jetzt davon profitieren, sie auch alleine auslöffeln. w.weber@volksfreund.de