Funk-Affäre wird immer undurchsichtiger

Die Saarburger Rettungsfunk-Affäre wird immer undurchsichtiger: Inzwischen sind zwei weitere DRK-Rettungsassistenten vom Dienst suspendiert worden. Das Kuriose daran: Gegen einen der beiden ermittelt nicht einmal die Staatsanwaltschaft. Indes wurden gestern 19 Verfahren eingestellt.

Trier. (sey) Ein Hauptverdächtiger, 20 vermeintliche Mittäter und - seit ein paar Tagen - zwei vorläufig vom Dienst suspendierte Rotkreuzler: Die Affäre um den zeitweise gestörten Funkverkehr bei Einsätzen des luxemburgischen Rettungshubschraubers in Deutschland dauert an. Und so langsam blickt niemand mehr durch. Böse Zungen behaupten schon, dass es unter den Saarburger Rotkreuzlern mittlerweile mehr Verdächtige gebe als Beschäftigte.Dabei waren die Ermittler zunächst nur von einem möglichen Täter ausgegangen - dem inzwischen fristlos gekündigten ehemaligen Leiter der Saarburger Rotkreuz-Wache. Weil der 47-Jährige angeblich monatelang den Funkverkehr gestört haben soll, saß er sogar zeitweise in Untersuchungshaft - wegen versuchten Mordes. Von diesem Vorwurf ist allerdings keine Rede mehr, seit das Trierer Landgericht den Haftbefehl aufgehoben und den Beschuldigten auf freien Fuß gesetzt hat. Die Ermittlungen dauern zwar an, aber es geht "nur" noch um Körperverletzung.Längst ist auch klar, dass der ehemalige Rettungswachenleiter für etliche Störmanöver gar nicht verantwortlich sein kann, weil er frei hatte.Deshalb leitete die Trierer Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren gegen 20 weitere DRKler ein - ebenfalls wegen versuchten Mordes. Während gestern 19 der 20 Verfahren "mangels hinreichenden Tatverdachts" eingestellt wurden, sorgt die Suspendierung zweier langjähriger Bediensteter für neuen Zündstoff. Hintergrund sind offenbar interne Ermittlungen des Mainzer Innenministeriums, die selbst bei der Trierer Staatsanwaltschaft nur Kopfschütteln hervorrufen sollen. Kriminalität