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Gefährlicher Gedanke

Viele Menschen kennen die Situation zur Genüge: Das Einkommen blieb - wenn man Glück hatte - über die letzten Jahre hinweg gleich, die Abgaben stiegen dagegen ebenso wie die Verbraucherpreise. Damit ist das, was unter dem Strich zum Leben zur Verfügung steht, beständig weniger geworden.

Und wer nicht gerade zu den Großverdienern zählt, überlegt dreimal, wofür er Geld ausgibt und welche Investition sich streichen oder zumindest aufschieben lässt. Dass da so mancher auf den Gedanken verfällt, die nächste Wartung seines Autos ausfallen zu lassen, ist wenig erstaunlich. Der Wagen lässt keine Mängel erkennen, läuft problemlos, vielleicht schafft er es ja auch so über den Tüv - und schon hätte man bequem ein hübsches Sümmchen gespart. Immer mehr Menschen gerade in unserer Region machen offenbar genau diese Rechnung auf, wie der jetzt erschienene Tüv-Report offenbart. Eine gefährliche Kalkulation. Denn auch schwer wiegende technische Probleme sind für Laien oft nicht zu erkennen. Und bemerkbar machen sie sich bisweilen erst, wenn es zu spät ist. Ein Beispiel: feine Risse in den Bremsschläuchen. Muss der Fahrer eine Vollbremsung machen, können die wichtigen Teile platzen - und die Bremswirkung ist dahin. Dass das böse enden kann, bedarf keiner weiteren Ausführung. Wer mit einem Mängel-Auto durch die Gegend fährt, setzt nicht nur sich selbst einem hohen Risiko aus, er gefährdet alle, die auf den Straßen unterwegs sind. Auch, wer sein Geld zusammenhalten muss, darf nicht am falschen Ende sparen. Wenn es um Leben und Tod geht, ist Geiz alles andere als geil. i.kreutz@volksfreund.de