Gefahr aus dem Internet: Betrüger greifen Firmen und Haushalte an

Gefahr aus dem Internet: Betrüger greifen Firmen und Haushalte an

Betrüger und Abzocker lauern im Internet: Nach Angaben des Bundeskriminalamts ist die Fallzahl im Bereich der Internetkriminalität 2010 um 20 Prozent gestiegen, die Schadenshöhe sogar um 60 Prozent auf 61,5 Millionen Euro.

Immer mehr Menschen werden im Internet zu Opfern von organisierten Kriminellen, die persönliche Daten, Passwörter und Bankverbindungen ausspähen. "Im Jahr 2010 wurden 250 000 Fälle registriert, in denen Kriminelle das Internet für ihre Taten genutzt haben", sagt Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamts (BKA).

Insbesondere das Ausspähen von Online-Zugangsdaten für Auktionsplattformen oder Internetshops habe stark zugenommen. Hat ein Täter diese Daten, kann er im Namen und auf Rechnung des Betrogenen einkaufen. Sieben Millionen Nutzer wurden 2010 Opfer solcher Ausspähungen - fast doppelt so viele wie 2009. Der registrierte Schaden aller Betrugsfälle über das Internet stieg 2010 von 37 auf 61,5 Millionen Euro.

Besonders stark angestiegen sei das Phishing. Hier fälschen die Betrüger täuschend echt eine Mitteilung oder Internetseite der Hausbank des Betroffenen. Sie verleiten ihn so dazu, sensible Daten wie Sicherheitsnummern oder Kreditkartendaten einzugeben. Für 2010 wurden dem Bundeskriminalamt 5300 solcher Fälle gemeldet, 82 Prozent mehr als im Jahr zuvor. "Die durchschnittliche Schadenssumme betrug 4000 Euro", sagt BKA-Präsident Ziercke.

Auch Unternehmen werden immer häufiger zum Ziel der Online-Betrüger. Professor Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), betont: "Zwar sind große Konzerne oft technisch gut ausgestattet im Kampf gegen Online-Kriminelle. Die Angriffe sind jedoch zielgerichteter geworden." Die Täter verschaffen sich Zugang zu sensiblen Daten, indem sie Mitarbeiter unter Druck setzen oder ihre Hilfsbereitschaft ausnutzen.

In der Region Trier hat Online-Sicherheit für viele Firmen höchste Priorität. "Unsere Sicherheitstechnik wird ständig weiterentwickelt und nach neuesten Anforderungen aktualisiert", sagt Peter Späth, Vorstandsmitglied der Sparkasse Trier.

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