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Geheime Nukleartransporte: Rollen Uran-LKW für Cattenom durch die Region?

Geheime Nukleartransporte: Rollen Uran-LKW für Cattenom durch die Region?

Die Route ist geheim. Doch vermutlich führt sie quer durch die Region: Regelmäßig werden Brennelemente per LKW vom niedersächsischen Lingen in das 438 Kilometer entfernte Kernkraftwerk Cattenom transportiert.

Allein in diesem Jahr sind bereits mindestens sieben Transporte von der Brennelementefabrik in Lingen nach Cattenom erfolgt, zuletzt wohl am 22. Mai. Das geht aus Unterlagen des Bundesamtes für Strahlenschutz und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hervor, die unserer Zeitung vorliegen.

Die Brennelemente bestehen aus Urandioxid, das in Tablettenform in die Hüllen gepresst wird. Urandioxid kann sich durch Kontakt mit Luft spontan entzünden und eine Temperatur von über 700 Grad erreichen. Die Fabrik in Lingen gehört zu dem französischen Konzern Areva, der auch die vier Blöcke des Kernkraftwerks Cattenom im Auftrag des französischen Energiekonzerns EDF gebaut hat.
Ein Areva-Sprecher dementierte auf Anfrage unserer Zeitung nicht, dass es die Transporte gibt. Alle Transporte erfolgten nach den gesetzlichen Vorgaben und würden einem "sehr hohen Sicherheitsniveau" unterliegen, sagte der Unternehmenssprecher. So würden "spezielle Sicherheitsbehälter" für den Brennelementetransport verwendet, "die auch bei Verkehrsunfällen oder anderen Einwirkungen von außen die Fracht jederzeit sicher umschließen". Die zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigten und überwachten alle Transporte, so der Areva-Sprecher.

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Eine Nachfrage bei den örtlichen Katastrophenschutzbehörden in der Region ergab jedoch, dass diese nicht über die Transporte informiert sind. Genau wie auch über die regelmäßigen Uran-Transporte per Bahn quer durch Deutschland und die Region, über die der TV berichtete und die bundesweit für Schlagzeilen sorgten. Auftraggeber dafür ist ebenfalls Areva.

Das Bundesinnenministerium bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass "für den Transport von Nuklearmaterial regelmäßig auch die bundesdeutschen Autobahnen genutzt" würden. Aus Sicherheitsgründen könnte aber nichts zu den konkreten Routen gesagt werden, heißt es aus dem Bundesinnenministerium.
Doch es liegt nahe, dass die unscheinbaren LKW des belgischen Unternehmens Transrad, mit denen die Brennelemente transportiert werden, entweder über die A.1 und dann über die B.51 durch die Eifel oder über die A.48 durch Trier und dann Richtung Frankreich fahren.