Geld stinkt nicht

Nein, dieses Mal ist es nicht der in der Vergangenheit mehr als einmal in Verruf geratene Quasi-Monopolist DualesSystem (DSD), dem unlautere Machenschaften vorgeworfen werden. Es sind die Entsorger, besser gesagt die Entsorger-Riesen, die die Kölner Staatsanwaltschaft in Verdacht hat, illegale Preis- und Gebietsabsprachen getroffen zu haben. Verwundern kann der jüngste Skandal niemanden: In kaum einem anderen Geschäftszweig (sieht man von dem Gesundheitsmarkt einmal ab) wird so mit Millionen und Milliarden jongliert, ist so viel Bares zu verdienen, wie in der Müll-Branche. Geld stinkt nicht. Wenn bei lukrativen Ausschreibungen wie der Gelben-Sack-Abfuhr kaum konkurrierende Angebote eingehen und die Entsorgungsofferten hoffnungslos überteuert sind, muss man kein Wirtschaftsfahnder sein, um zu riechen, dass die Sache faul ist. Ob die jetzt anvisierte Neu-Ausschreibung einzelner Gebiete daran etwas ändern wird, darf bezweifelt werden. Die krummen Hunde fahren satte Gewinne ein, der Verbraucher ist der Dumme. Wenn das Duale System mehr für die Entsorgung der Gelben Säcke zahlen muss, steigen auch die Lizenzkosten für den Grünen Punkt. Diesen Preisaufschlag geben die Hersteller an den Kunden weiter. Nein, das Duale System sitzt dieses Mal nicht auf der Anklagebank. Aber die Monopol-Stellung des Unternehmens leistet dem Missbrauch Vorschub. Wie derartige Vorgänge in Zukunft zu verhindern sind? Ganz einfach. Wenn die DSD-Alleinherrschaft geknackt wird (und erste Schritte dazu sind durch die Zulassung des Konkurrenz-Unternehmens Landbell AG in Hessen getan), hält der Wettbewerb im Bereich Entsorgung und Verwertung von Verkaufsverpackungen endlich Einzug. Dann purzeln die Preise von ganz alleine. Und für die großen und kleinen Müll-Mafiosi wird's schwieriger, mehr Reibach zu machen, als sie verdienen. r.seydewitz@volksfreund.de

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