Gemeinde- und Städtebund positioniert sich als Dienstleister

Gemeinde- und Städtebund positioniert sich als Dienstleister

Winfried Manns, seit dem 1. Oktober Verbandsdirektor des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz, will die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Bürgermeistern im Land verstärken. Der Verband soll mehr als Dienstleister auftreten.

Mainz. Der Gemeinde- und Städtebund (GStB) vertritt in Mainz die Interessen seiner Mitglieder, der 2257 Ortsgemeinden, 163 Verbandsgemeinden, 29 verbandsfreien Gemeinden und Städte sowie der acht großen kreisangehörigen Städte im Land. Gemeinsam mit den anderen kommunalen Spitzenverbänden residiert er in Sichtweite des Landtags am Deutschhausplatz. Seit knapp zwei Monaten leitet Winfried Manns (58), langjähriger Bürgermeister der Stadt und Verbandsgemeinde Konz, die Geschäfte. Binnen kurzer Zeit hat er zehn Thesen für ein neues Arbeitsprogramm vorgelegt, das bei der Mitgliederversammlung Anfang November in Bingen vorgestellt und angenommen wurde.

Manns will den Verband verstärkt als Dienstleister positionieren. "Wir müssen unsererseits Transparenz über unsere Arbeit schaffen und den Ortsbürgermeistern noch mehr Infos für ihre tägliche Arbeit liefern", lautet sein Credo. Dies soll über Mailing-Aktionen oder durch Berichte in den Gemeindeblättern geschehen. Die politischen Themen im Land und vor allem die Auswirkungen auf die Gemeinden sollen verstärkt dargestellt werden. "Ich sehe das mehr als unsere Bringschuld denn als Holschuld der Bürgermeister", sagt Manns. Ein besonderes Anliegen sind dem Verbandsdirektor, der Mainz bereits aus seiner Zeit als Baureferent der Stadtverwaltung (1987 bis 1992) hinlänglich kennt, verbesserte elektronische Dienstleistungen. Vieles gehe heute auf elektronischem Weg, beispielsweise komme der überwiegende Teil der Post per E-Mail. "Dafür fehlt vielen ehrenamtlichen Bürgermeistern noch das Verständnis", glaubt Kunstliebhaber Manns. Die E-Mails und andere Daten, etwa eingescannte Dokumente, müssten intensiver und flächendeckend archiviert werden, damit sie schneller und besser verfügbar seien. Mit Blick auf die nach kaufmännischen Gesichtspunkten erstellten kommunalen Haushalte (Doppik) soll der Verband nach Ansicht seines Geschäftsführers in Zusammenarbeit mit Bund, Land und Kommunen für eine bessere Aus- und Fortbildung vor allem junger Ratsmitglieder sorgen. Politisch kämpft der Gemeinde- und Städtebund seit langem für eine angemessene Finanzausstattung der Kommunen. Diesen Kampf will Manns forcieren. "Die Gewerbesteuer und Anteile der Einkommenssteuer sind zu wenig, um den Gemeinden ausgeglichene Haushalte zu ermöglichen." CDU-Mitglied Manns fordert, "die steigende Zahl der Sonderzuweisungen zu reduzieren und die allgemeinen Zuweisungen kontinuierlich zu erhöhen".