Geschäfte wie geschmiert

Weil er den für Frachtaufträge zuständigen Mitarbeiter des Zigaretten-Herstellers JTI jahrelang geschmiert haben soll, muss sich demnächst ein 42-jähriger Spediteur aus Trier vor Gericht verantworten. Auch der Ex-JTI-Mann ist angeklagt.

Trier. (sey) Die eine Hand wäscht die andere: Nach diesem Motto sollen ein 60-jähriger Logistiker und der Chef einer Trierer Spedition drei Jahre lang miteinander Geschäfte gemacht haben, von denen beide Seiten profitierten. Die eine Seite bekam Aufträge, die andere Seite Schmiergeld. Das jedenfalls glaubt die Koblenzer Staatsanwaltschaft, die jetzt Anklage gegen die beiden Männer erhoben hat. Der Vorwurf: Bestechung und Bestechlichkeit in einem besonders schweren Fall.

Die beiden Männer waren im Herbst verhaftet worden, nachdem eine anonyme Anzeige die Ermittler auf die Spur des Duos gebracht hatte. Inzwischen steht fest: Der Spediteur soll dem seinerzeit für die Frachtaufträge zuständigen JTIler zwischen 2003 und 2006 rund 120 000 Euro zugesteckt haben, um den Zuschlag für Tabak- und Zigarettentransporte zu bekommen. Das Unternehmen JTI wusste nichts von den Machenschaften. Nach Angaben des Leitenden Koblenzer Oberstaatsanwalts Horst Hund hat der Spediteur die Vorwürfe eingeräumt, während der 60-jährige Mitangeklagte sie nach wie vor bestreitet. Beide sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Ermittlungen gegen eine Mitarbeiterin der Trierer Spedition dauern an. Ihr Verfahren sei abgetrennt worden, sagte Chef-Ermittler Hund dem TV. Werden die Angeklagten von der Koblenzer Wirtschaftsstrafkammer verurteilt, drohen ihnen hohe Gefängnisstrafen. Der Prozess ist noch nicht terminiert.