Geschickter Schachzug

Jürgen Zöllner ist fest entschlossen, Rheinland-Pfalz als studiengebührenfreie Zone zu bewahren. Der Vorsatz ist löblich, denn die Republik braucht gut ausgebildeten Nachwuchs und Studenten brauchen keine zusätzlichen Belastungen, sondern eine faire Bildungschance.

Teuer ist ihr Studium ohnehin - ohne sichere Perspektive zudem. Mit seiner Doppelstrategie könnte der Mainzer Wissenschaftsminister am Ende erfolgreich sein. Lassen sich seine Kollegen nicht auf ein gerechtes Ausgleichssystem ein, weil dann einige Bundesländer wegen ihres Studenten-"Exports" zur Kasse gebeten werden, greift eine durchaus freizügige und daher vertretbare Landeskinderregelung. Nicht Geburtsort oder Ort der Schule ist ausschlaggebend, was rechtlich sicher angreifbarer wäre, sondern der Hauptwohnsitz im Land. Dem werden viele Studenten nachgeben. Weil dann mehr Gelder über den Länderfinanzausgleich fällig werden, ist dieser Schritt zumutbar. Die Hochschulen können so auf zusätzliche Millionen Euro hoffen. Dieser Weg ist sicher besser zu gehen, als sich auf Studiengebühren zu stützen, von denen keiner weiß, wie schnell sie im Laufe der Zeit steigen werden, wenn Finanzminister sie erst einmal als Entlastungseffekt für den Etat des Wissenschaftsministers richtig im Visier haben. Vielleicht finden die Länder unter der drohenden Mainzer "Abwehrmaßnahme" doch noch zu einem neuen Studienkostenausgleich zusammen. j.winkler@volksfreund.de

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