Glück gehabt!

Noch ist zwar nicht geklärt, wie es gestern Mittag zum Absturz eines Militärjets unweit der Eifel-Airbase Spangdahlem kommen konnte. Die Untersuchungen, die jetzt folgen, dauern gewöhnlich Monate. Als Ergebnis hieß es dann in der Vergangenheit meist: menschliches Versagen.

Klar ist aber schon jetzt: Der nicht weit von Spangdahlem entfernt gelegene Eifelort Oberkail ist am Donnerstag nur um Haaresbreite an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Nur wenige hundert Meter oberhalb des Dorfes krachte der führerlose Militärjet nahe einer Kapelle ins Feld. Angeblich hatte der Pilot die F-16 noch geistesgegenwärtig in die entsprechende Richtung gelenkt, bevor er sich per Schleudersitz aus der Maschine katapultierte. Stellt sich dies bei der Untersuchung heraus, können die Oberkailer dem Piloten nicht dankbar genug sein. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der angeblich munitionslose Jet mitten in den Ort gekracht wäre. Womöglich hätte es dutzende von Toten und schwer Verletzten gegeben. Natürlich kann ein Unfall wie der gestrige immer passieren. Nicht nur Militärflugzeuge, auch zivile Maschinen stürzen ab. Aber natürlich ist die Gefahr für Anliegergemeinden eines Flughafens ungleich größer, weil Starts und Landungen nun einmal die gefährlichsten Manöver bei Flügen sind. Vor diesem Hintergrund sind die Oberkailer gestern noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. r.seydewitz@volksfreund.de