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Grimms Wörter: Ich

Micha Brumlik. Foto: dpa
Micha Brumlik. Foto: dpa
ich bezeichnet das vernünftige im menschen im gegensatz zu dingen und zum körperlichen überhaupt: "vielweniger haben wir noch das geheimnis entdeckt, wie denn die seele mit dieser maschine (dem organischen leibe) so genau verknüpft sei, dasz sie den körper zu ihrem ich rechnet." Micha Brumlik, emeritierter Professor der Erziehungswissenschaft und Philosoph, meint dazu: "Mit dem Wort ‚ich‘ verbinde ich die Hoffnung auf die Einheit meiner eigenen Lebensgeschichte.Ich denke an Sigmund Freud, der in gewisser Weise glaubte, das Ich entzaubern zu müssen.

Und an die ideal istischen Philosophen, die darauf beharrten, dass letzten Endes das Ich nicht hintergehbar ist. Davon bin ich nach wie vor überzeugt, wenngleich ich einräume, dass die Art und Weise, wie unsere Identität gebildet wird, vor allem von sozialen Umständen abhängig ist."

Die Beiträge dieser Serie laufen im Deutschlandradio Kultur von montags bis freitags in den Sendungen "Ortszeit", "Radiofeuilleton" und "Fazit" sowie unter www.deutschlandradio.de/grimmschewoerter.