Großer Sprung nach vorne

Als Charles Lindbergh 1927 als Erster den Atlantik überquerte, war dies eine großartige fliegerische Einzelleistung; und es war der Auftakt zur kommerziellen Eroberung des Lufraums. Ähnlich ist der gestrige erste privatfinanzierte Raumflug zu werten. Denn dass dies - auch - der Beginn der Raumfahrt für Jedermann ist, steht außer Zweifel. Wer sich‘s leisten kann und will, wird in naher Zukunft zum Preis einer Luxuskreuzfahrt für ein paar Stunden ins All fliegen können. Zudem hat das Team um Milliardär Paul Allen bewiesen, dass auch mit (vergleichsweise) wenig Geld, aber viel Motivation machbar ist, was bislang nur Supermächte mit enormem finanziellem Aufwand und einem noch größeren personellen Wasserkopf zu leisten imstande waren. Und darin liegt der eigentliche Ausblick: Private Firmen werden künftig bei der Forschung im All kräftig mitmischen - zum eigenen finanziellen Nutzen, aber auch zu dem der Steuerzahler. Anders formuliert: Es war vielleicht nur ein kleiner Hopser ins All, aber ein großer Sprung nach vorne für die Raumfahrt. hj.mueller@volksfreund.de