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Grüne: Cattenom gleicht Glücksspiel

Grüne: Cattenom gleicht Glücksspiel

Grüne Spitzenpolitiker aus den vier Ländern der Großregion haben am Samstag in Schengen in einer gemeinsamen Erklärung den Ausstieg aus der Atomenergie gefordert. Statt auf Öl und Kohle sollten die EU-Mitgliedstaaten auf erneuerbare Energien setzen. Bei Echternach demonstrierten unterdessen 150 Menschen für eine Abschaltung des Kernkraftwerks Cattenom.

Schengen. Gemeinsam ziehen Simone Peter, Sprecherin der Grünen in Deutschland, Cécile Thibaut, Senatorin für die Partei Ecolo im belgischen Parlament, Claude Turmes, Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP) für die luxemburgischen Grünen, und Sandrine Bélier, MdEP für die französischen Grünen, den Stecker aus der Atomenergie und stecken ihn in ein Windkraftwerk. Das ist der symbolische Akt, der untermauern soll, dass die Grünen in der Großregion auch 28 Jahre nach dem Atomunglück von Tschernobyl (Ukraine) grenzüberschreitend den Ausstieg aus der Atomenergie fordern.
"Die Nuklearkatastrophen in Tschernobyl und in Fukushima 2011 haben bewiesen, dass atomare Strahlung keine Grenzen kennt", sagt Peter auf dem Treffen mit den drei Parlamentariern aus Belgien, Luxemburg und Frankreich. Bélier ergänzt, dass die Atomkraftwerke Cattenom und Fessenheim völlig veraltet seien: "Wenn mit diesen Reaktoren etwas passiert, betrifft das alle. Radioaktive Strahlung macht am Rhein nicht einfach eine Kehrtwende. Das Betreiben des Reaktors in Cattenom gleicht einem Glücksspiel." Laut Thibaut ist es um die Atomkraftwerke in Belgien, darunter Tihange etwa 25 Kilometer südwestlich von Lüttich, nicht besser bestellt. Sie fordert deshalb von der belgischen Regierung einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. "Stattdessen müssen wir die erneuerbaren Energien ausbauen. Der Ukraine-Konflikt ist ein klares Signal dafür, dass wir nicht länger ausschließlich auf fossile Brennstoffe setzen dürfen." Turmes ergänzt, dass es wichtig sei, die Debatte über erneuerbare Energien auf europäischer Ebene zu führen, "damit wir so schnell wie möglich aus der Atomenergie aussteigen können." itz