Gut für alle

Geiz ist geil war gestern. Heute kaufen immer mehr Deutsche ihre Lebensmittel nach dem Motto: Qualität hat ihren Preis. Die Verbraucher sind zunehmend bereit, für Milch oder Fleisch einige Cent draufzulegen, wenn sie dafür hochwertige Produkte erhalten.

Ein Beweis? Der Boom in der Bio-Branche! Besonders hoffnungsvoll stimmt, dass ausgerechnet diejenigen für das rasante Wachstum der - im Vergleich zu konventionellen Produkten teureren - Öko-Sparte verantwortlich sind, die am stärksten auf Preise achten (müssen): die Discounter-Kunden. Jahrzehntelang sparten die Bundesbürger lieber beim Essen als an Auto oder Urlaub, gaben im Vergleich zu Franzosen oder Italienern einen erheblich geringeren Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Nicht nur, aber auch darauf sind all die Lebensmittel-Skandale der vergangenen Jahre, ist der Preisdruck auf die heimische Landwirtschaft zurückzuführen. Dass dieser Trend sich nun umzukehren scheint, ist eine riesige Chance für alle, die in unseren Breiten von der Nahrungsproduktion leben - keineswegs nur für die biologisch arbeitenden Landwirte. Jetzt ist der Boden fruchtbar wie nie für all die guten Argumente, die für den Kauf von Produkten aus heimischer Landwirtschaft sprechen: die hohen Qualitäts- und Umwelt-Standards zum Beispiel. Das Wissen um die Herkunft der Tiere. Oder darum, dass sie statt dubiosen Tierfutters Gras von Eifeler oder Hunsrücker Wiesen gefressen haben und dass sie zum Schlachten nicht um die halbe Welt gekarrt worden sind. Mit solchen Pfunden gilt es nun zu wuchern. Her mit ambitionierten Image-Kampagnen, mit neuen regionalen Angeboten in Lebensmittel-Märkten - die Dachmarke Eifel hat vorgemacht, wie es geht! Von der ökologischen Landwirtschaft kann nur ein Teil der Bauern leben. Aber alle können vom Bio-Boom profitieren. i.kreutz@volksfreund.de