Gut oder nur gut gemeint?

Das Gegenteil von gut ist bekanntlich nicht schlecht, sondern gut gemeint. An guten Absichten mangelt es in der Großregion nicht. Aber das Projekt Kulturhauptstadt 2007 zeigt wieder einmal deutlich, woran es wirklich krankt.

Es sind nicht die Ideen. Die gibt es zuhauf. Auch die Koordination ist für sich genommen nicht das entscheidende Problem. Was fehlt, ist eine Einrichtung, die mit ausreichender Autorität sagt, wo‘s lang geht in der Kulturpolitik der Großregion. Und die dazu die nötigen Finanzmittel hat. Das könnte eine paritätisch besetzte Kommission sein oder auch eine überregionale Kulturstiftung. Nur wenn eine Einrichtung Entscheidungen über die Regierungen hinweg bündelt, kommt die interregionale Zusammenarbeit weg von engagierten Einzelpersonen oder -institutionen mit gegenseitiger Sympathie. Leider haben wir schon zu oft erlebt, dass solche Kooperationen abrupt enden, wenn die Sympathie erlischt oder die Personen wechseln. Die beteiligten Regierungen kommen also auf Dauer an einer Delegation von Kompetenzen nicht vorbei. Das ist eine hohe Hürde, weil sie zugleich weniger Einfluss für die Landespolitik bedeutet. Aber wer A sagt und eine effektive Zusammenarbeit in der regionalen Kultur meint, muss auch B sagen, Entscheidungsgewalt abgeben und den damit verbundenen Machtverlust in Kauf nehmen. Sonst bleibt die Kooperation in der Großregion, was sie jetzt schon seit vielen Jahren ist: gut gemeint. m.moeller@volksfreund.de