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Umwelt
Gutachten zum Kerosinregen erst im Mai - 2018 rund 200 Tonnen in der Luft abgelassen

Wie schädlich ist in der Luft abgelassenes Kerosin? Das soll ein neues Gutachten klären.
Wie schädlich ist in der Luft abgelassenes Kerosin? Das soll ein neues Gutachten klären. FOTO: dpa / Federico Gambarini
Trier. Ein Gutachten über das Spritablassen von Flugzeugen verzögert sich deutlich. Hier sind die Gründe: Von Rolf Seydewitz

Das noch für dieses Jahr erwartete Gutachten über die Auswirkungen der Kerosinablässe von Flugzeugen verzögert sich. Es seien „unerwartet grundlegende Arbeiten notwendig“, sagte ein Sprecher des für das Projekt zuständigen Umweltbundesamts unserer Zeitung. Der Grund: Das Thema sei in den letzten Jahrzehnten wissenschaftlich praktisch nicht begleitet worden. Zudem seien auch die juristischen Fragen deutlich komplexer als erwartet.

Zivil- und Militärflugzeuge lassen auch über der Region Trier immer wieder größere Mengen Treibstoff ab. Die Spritablässe dienen dazu, das Gewicht der Flugzeuge vor einer außerplanmäßigen Landung zu reduzieren. Jeder beabsichtigte Kerosinablass muss der Flugsicherung gemeldet werden.

Seit einigen Wochen werden die sogenannten Fuel dumpings relativ zeitnah auf der Seite des Luftfahrtbundesamts (www.lba.de) veröffentlicht. Neben dem Datum des Treibstoffablasses enthält die Tabelle Informationen über das betroffene Gebiet, die abgelassene Menge, Flughöhe und Angaben zu den Günden für das Fuel dumping. Demnach wurden über Rheinland-Pfalz allein in diesem Jahr bislang rund 200 Tonnen Kerosin in der Luft abgelassen. Insgesamt waren es über dem deutschen Luftraum bei 20 Fuel dumpings knapp 350 Tonnen Kerosin.

Der Protest vieler Bürger und Initiativen gegen das Kerosinablassen wurde zuletzt immer lauter. Vor allem in der Pfalz und in Teilen der Region Trier gab es massive Proteste verbunden mit der Forderung, die Auswirkungen wissenschaftlich neu zu untersuchen. Das letzte Gutachten zu dem Thema ist über  25 Jahre alt und nach Expertenansicht überholt.

„Wir wollen schnellstmöglich Klarheit erhalten“, sagte am Donnerstag eine Sprecherin des Mainzer Umweltministeriums auf Anfrage unserer Zeitung. Schließlich gehe es um den Schutz von Umwelt und Gesundheit.

Nach Angaben des Umweltbundesamts ist nun geplant, dass das Kersoin-Gutachten zur nächsten Ministerkonferenz Anfang Mai in Hamburg vorliegt.