Gute Argumente

Vorreiter IG Metall, das hat Tradition. Auch das Säbelrasseln, mit dem sie die Tarifrunde einläutet und das Ende der Bescheidenheit verkündet. Die Antwort der Arbeitgeber an die Adresse der Arbeitnehmer passt zur Gefechtslage: Wenn ihr nicht Ruhe gebt, verlagern wir ins Ausland.

Fünf Prozent mehr Geld fordert die IG Metall für 3,4 Millionen Beschäftigte, und sie hat gute Argumente. Eine Lohnerhöhung merklich über der Inflationsrate würde die seit Jahren dahindümpelnde Binnennachfrage in Schwung bringen. Und die macht im Vergleich zur Export-Quote den weitaus größeren Teil des Bruttosozialproduktes aus. Die Nachfrage hierzulande stärken, würde vielen Unternehmen gut tun. Qualifizierung und Innovation: Es ist unstrittig, dass auf solchen Feldern Deutschlands Zukunft liegt. Die Metaller möchten beides in einen Tarifvertrag aufnehmen. Die Arbeitgeber-Litanei, nur niedrige Tarifabschlüsse oder Nullrunden würden die Abwanderung von Firmen in - ohnehin - konkurrenzlose Billiglohnländer verhindern, hat ihre Glaubwürdigkeit verloren. Man schaue sich nur die "Heuschrecken" an, die deutsche Firmen sogar platt machen würden, wenn die Arbeitnehmer umsonst in den Betrieb kämen. Ehe es in Vergessenheit gerät: In der Tarifrunde 2004 wurde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft bereits die Öffnung des Flächentarifs vereinbart. a.jacob@volksfreund.de

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