Gute Nachrichten aus Ägypten

Vor zwei Monaten bewegte das Schicksal der elfjährigen Sahar aus dem ägyptischen Luxor viele TV-Leser. Das Projekt der "Kleinen Pyramide", die Wohn- und Lebensverhältnisse für das schwerbehinderte Mädchen zu verbessern, war eine der ersten Initiativen, die sie finanzierten. Die Hilfe ist trotz der schwierigen Situation angekommen.

 Physiotherapie tut gut: Sahar in der „Pyramide“. Foto: privat

Physiotherapie tut gut: Sahar in der „Pyramide“. Foto: privat

Luxor/Trier. "Sahars Anbau ist bald fertig." Pyramide-Mitarbeiterin Ingrid Wecker beginnt ihren Bericht aus Luxor gleich mit der wichtigsten Information. Bilder dokumentieren den Fortschritt. Die Mauern für das Badezimmer und den Kochraum stehen, in Sahars Zimmer - früher ein schreckliches Dreckloch - wurden ein Fenster und ein Fußboden eingezogen. Da das Kind nicht laufen, sondern nur kriechen kann, wird der Raum mit dicken Matten ausgelegt. Die Spendensumme von 2580 Euro erlaubt es sogar, die Wohnbedingungen für die ganze Familie zu verbessern.

Ein Rollstuhl für Sahar wurde bereits angeschafft, und dank einer Patin aus dem Raum Trier kann sie regelmäßig an einer Physiotherapie teilnehmen. "Sie hat große Fortschritte gemacht", freut sich Ingrid Wecker, das ehemals apathische Kind zeige Freude und lache oft.

Die schweren Unruhen in Ägypten konnten die Hilfe für Sahar bislang nicht aufhalten.

In Luxor, so berichtet die aus Konz stammende ehemalige Lehrerin, sei es bislang weitgehend ruhig geblieben. Generell herrsche in der Tourismus-Stadt ein friedliches Nebeneinander verschiedener Bevölkerungsgruppen. Wie die westlichen Politiker und Medien das Thema Ägypten behandeln, regt Ingrid Wecker, die seit Jahren in Luxor lebt, mächtig auf. Das Land versinke keineswegs im Bürgerkrieg, und es gebe auch keinen Grund, der Demokratiebewegung zu misstrauen. "Hätte man sich in den Jahren vorher ernsthaft für die gequälte ägyptische Seele interessiert, müsste man heute nicht so erstaunt, hilflos und panisch reagieren." Alles, was jetzt passiere, "wäre bei kritischer Betrachtung der Lage der Menschen leicht vorhersehbar gewesen". Es gehe 99 Prozent der Bevölkerung in Ägypten "nur um eines: in Freiheit und Frieden zu leben".

Die größte Befürchtung von Ingrid Wecker ist, dass der Tourismus als eine der wenigen Einnahmequellen im Lande nun zusammenbricht und sich die Armut der Gesellschaft dadurch drastisch verschlimmert. Ihr Aufruf: "Kommen Sie nach Ägypten, sobald sich die Lage beruhigt hat! Das Land braucht Sie mehr denn je."

Bei "Meine Hilfe zählt" gibt es ein neues Luxor-Hilfsprojekt der "Kleinen Pyramide". Gebraucht werden Physiotherapiegeräte für die Arbeit in der Anlaufstelle für rund 30 behinderte Kinder. Projekt-Nummer: 4782. Benötigt werden noch knapp 2000 Euro. Wie spende ich? Per Banküberweisung an "Meine Hilfe zählt". Konto 220012 bei der Sparkasse Trier (BLZ 58550130) oder Konto 191919 bei der Volksbank Trier (BLZ 58560103). Im Verwendungszweck Projektnummer angeben. Falls Veröffentlichung im TV gewünscht, ein "X" eintragen. Bis 200 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung. Falls ein gewähltes Projekt bereits vor Buchung der Spende genügend Geld zur Realisierung hat, kommt der Beitrag anderen "Meine Hilfe zählt"-Projekten zugute. Online: unter volksfreund.de/meinehilfe Projekt auswählen, auf den Spendenbutton klicken und abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet. Der TV übernimmt die Transferkosten.

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