Gutes Vorbild Österreich

Medizinische Behandlungsfehler sind in Deutschland leider immer noch weitgehend ein Tabuthema. Dabei sind auch Ärzte keine Übermenschen.

Bei etwa 400 Millionen Arzt-Patienten-Kontakten pro Jahr müssen zwangsläufig auch Konflikte entstehen. Daher ist es lobenswert, wenn sich nun der Patientenbeauftragte der Bundesregierung der Sache annimmt.

Wolfgang Zöller schlägt einen Entschädigungfonds vor, aus dem Opfer von Ärztepfusch unbürokratisch Hilfe erhalten könnten. Die Medizinerlobby lehnt den Vorstoß brüsk ab. Aus unverständlichen Gründen. Das System, wie man heute bei vermuteten Behandlungsfehlern zu seinem Recht kommt, ist auf jeden Fall verbesserungsbedürftig. Schadenersatzprozesse dauern oft Jahre.

Vor diesem Hintergrund ist der Entschädigungsfonds zumindest eine diskussionswürdige Alternative. Übrigens auch für die Ärzte. Denn der Fonds, so wie er bereits in unserem Nachbarland Österreich praktiziert wird, tritt auf Betreiben einer Gutachterkommission auch in Aktion, wenn die Mitschuld des Mediziners ungeklärt bleibt. Entscheidend ist eine schwere Schädigung des Patienten. Warum nicht von diesem Modell profitieren?

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