1. Nachrichten
  2. Themen des Tages

Hahn bringt sich als Alternative ins Gespräch

Hahn bringt sich als Alternative ins Gespräch

Auf dem Flughafen Hahn denkt man offensichtlich an eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Flughafen. Auch ein Ausbau des Hunsrückflughafens ist im Gespräch.

Lautzenhausen. Kaum hatten die Richter des Bundesverwaltungsgerichts ihr Urteil verkündet, da meldete sich schon der Geschäftsführer des Flughafens Hahn, Jörg Schumacher, zu Wort. Der Hahn mit seinem 24-Stunden-Flugbetrieb sei eine Alternative für die verbotenen Nachtflüge in Frankfurt.
"Viele Fluggesellschaften in Frankfurt sind jetzt in der Situation, dass sie neue Lösungen finden und alternative Modelle entwickeln müssen", warb Schumacher für den Hunsrückflughafen. Noch gebe es dort freie Kapazitäten. Man sei im Gespräch mit Fluggesellschaften, die derzeit von Frankfurt aus fliegen, sagte eine Flughafensprecherin auf TV-Anfrage. Auch sei man offen für eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Flughafen.
Kritiker gehen allerdings nicht davon aus, dass es durch das nun höchstrichterlich bestätigte Nachtflugverbot in Frankfurt tatsächlich zu einer Verlagerung von Flügen auf den Hahn kommen wird.
Das Verbot von Starts und Landungen zwischen 23 und fünf Uhr bestehe faktisch seit dem Urteil des hessischen Verfassungsgerichtshofs im vorigen Oktober, sagt Christiane Schenk von der Bürgerinitiative gegen den Nachtflug auf dem Hahn. Seitdem habe es aber keine zusätzlichen Nachtflüge im Hunsrück gegeben.
Bereits kurz nach dem hessischen Urteil, sagte Schumacher, es hätten sich bereits Nachtflug-Interessenten gemeldet.
Schenk geht davon aus, dass derzeit drei Viertel der Flüge zwischen 23 und fünf Uhr auf dem Hahn militärische Charterflüge im Auftrag des US-Militärs sind.
Mit diesen Flügen werden nach Ansicht der Flughafengegner Truppen und Material etwa nach und aus Afghanistan transportiert. Mit dem Abzug der Amerikaner aus Afghanistan würden die Nachtflüge, die von der Flughafensprecherin auf fünf bis sechs beziffert werden, weniger werden, vermutet Schenk.
Trotzdem fordert sie ein Nachtflugverbot für den Hahn.
Die Nachtfluggenehmigung sei ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für den Hahn, sagt hingegen die Flughafensprecherin.
Hahn-Geschäftsführer Schumacher brachte gestern auch eine Erweiterung des Hunsrück-Flughafens ins Gespräch: "Fertige Pläne für eine Erweiterung liegen bereits in der Schublade: Mit einem entsprechenden Ausbau besteht die Möglichkeit, das Gesamtgeschäft am Hahn mittelfristig zu vervierfachen."
Wie diese Pläne aussehen, ließ Schumacher allerdings offen.
Die Entscheidung über einen Ausbau hänge ab von "der weiteren Entwicklung", und die Höhe der Investitionen richte sich nach den betreffenden Maßnahmen, sagte die Flughafensprecherin und blieb damit ebenso wenig konkret. wie