Halb so wild

Aus, vorbei, endgültig. Michael Schumacher, für viele der Inbegriff der Formel 1, ist am Sonntagabend deutscher Zeit letztmals in einem WM-Rennen aus seinem roten Flitzer gestiegen - ohne "Happy End".

Der Rücktritt des Kerpeners mit dem markanten Kinn wird in Deutschland ein Loch reißen. Das Interesse sank schon in den vergangenen Jahren, wenn auch auf hohem Niveau. Auf längere Sicht ist kein neuer Boom in Sicht. Trotz eines Ralf Schumachers, trotz eines Nick Heidfelds, trotz eines Nico Rosbergs - und trotz eines vielleicht bald nachkommenden Talents wie Sebastian Vettel. Und dennoch: So schlimm wie im Tennis nach dem Karriere-Ende von Boris Becker und Steffi Graf wird es nicht kommen. Das aktuelle deutsche Fahrer-Trio bildet in der Königsklasse des Motorsports weiter ein gutes Fundament, es wird nun stärker in den Blickpunkt rücken. Und vielleicht entwickelt einer von ihnen mehr als derzeit geahnt Idol-Fähigkeiten. Den übertragenden Fernseh-Sendern - allen voran RTL - dürfte das nur recht sein, auch wenn die Kölner bereits einen Zuschauerrückgang einkalkuliert haben. International dürfte das Interesse an der Formel 1 derweil ungebrochen bleiben. Nicht nur Fernando Alonso oder Kimi Räikkönen versprechen in ihren neuen Cockpits Spannung. Die Formel 1 wird Schumachers Rücktritt überleben. Nur für den 37-Jährigen hieß es gestern: Aus, vorbei, endgültig. m.blahak@volksfreund.de