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Harte Zeiten für Allergiker – Experten sprechen von „Epidemie“

Harte Zeiten für Allergiker – Experten sprechen von „Epidemie“

Kein Aufatmen für Heuschnupfen-Geplagte: Vor allem Erle- und Hasel-, aber auch Birken-Pollen, fliegen schon verstärkt. Die Region Trier ist ein so genanntes „Frühgebiet“, Betroffene müssen hier früher und länger Augenjucken, Niesreiz und Husten ertragen.

Frühlingszeit - Heuschnupfenzeit: Laut Schätzungen leiden mehr als 10 Millionen Deutsche unter einer Pollen-Allergie mit ihren Beeinträchtigungen für Augen, Nase und Bronchien. Experten sprechen angesichts der Zahl steigender Allergien allgemein bereits von einer "Epidemie des 21. Jahrhunderts".

Dabei sind die Pollen-Allergiker in der Region Trier laut Angaben von Ekko Bruns vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach schon früher als in anderen Gebieten betroffen: "Die Region Trier gehört im Vergleich zu Ostdeutschland zu den Frühgebieten. Hier blühen die Pflanzen oft früher und mehrere Tage länger als in anderen Regionen", sagt der Wissenschaftler beim phänologischen Dienst des DWD. Er beobachtet die Blütezeiten von Blumen, Gräsern und Bäumen und sammelt deren Daten zur Beratung der Landwirtschaft und des Polleninformationsdienstes (PID). "Spätestens seit 1988 beginnt die Pollensaison früher, das hängt mit den milden Wintern zusammen: Die Vegetationsperiode ist länger", sagt Bruns.

Fakt ist, und das hat der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) ermittelt: Im Schnitt fliegen die Pollen - alle Pflanzen zusammengerechnet - rund 25 Tage im Jahr länger als noch vor zwei Jahrzehnten. Hasel und Erle blühen oft bereits schon im Januar, aktuell kommt die Birke hinzu, Kräuter wie Brennessel oder Beifuß blühen sogar bis in die herbstlichen Frostperioden hinein. "Die Zeit für Allergiker durchzuatmen wird immer kürzer", sagt DAAB-Beraterin Maria Woll vom Regionalzentrum Süd in Ludwigshafen. Besonders problematisch bewerten die Experten die schnelle und hartnäckige Verbreitung der Ambrosia-Pflanze mit ihren aggressiven Pollen. "Diese nordamerikanische Pflanze wurde im Tierfutter nach Europa gebracht und beschert Allergikern massive Probleme bis hin zu Asthma-Anfällen", warnt Maria Woll.

Eine - wenn auch eher unbegründete - Hoffnung auf eine kürzere Leidensperiode stellt Wissenschaftler Ekko Bruns den Betroffenen in Aussicht: "Die Pollenflugzeiten könnten sich auch wieder verkürzen, wenn die kommenden Winter wieder so streng würden wie die der vergangenen drei Jahre", sagt er.