Heikle Mission

In einem von Bürgerkriegen verwüsteten Land, das fast sieben Mal so groß ist wie die Bundesrepublik, sollen ein paar hundert deutsche Soldaten für einen reibungslosen Ablauf der ersten freien Wahlen seit vier Jahrzehnten sorgen.

Wer sich diese Dimensionen vor Augen hält, der muss zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass es sich allenfalls um einen symbolischen Militäreinsatz handeln kann. Sein Ausgang ist ungewiss. Denn die brüchige Sicherheitslage kann jederzeit eskalieren. Das bekam die Bundeswehr bereits vor mehr als einem Jahrzehnt auf dem afrikanischen Kontinent zu spüren. Damals leisteten rund 1700 deutsche Soldaten in Somalia logistische Unterstützung und humanitäre Hilfe. Als sich die politische und militärische Sicherheit in dem ebenfalls von Bürgerkriegen heimgesuchten Staat dramatisch verschlechterte - die USA waren damals geschockt über die grausamen Bilder ihrer abgeschossenen Piloten - musste auch die Bundeswehr Hals über Kopf das Feld räumen. Diese schlimme Erfahrung hätte Anlass für eine nachhaltige Afrikapolitik des Westens sein können. Geschehen ist nichts. Warum Deutschland dabei sein muss, vermag die Bundesregierung nicht schlüssig zu erklären. Genau darin liegt das große Manko. nachrichten.red@volksfreund.de