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Hering sieht schwarz für große Verkehrsprojekte

Hering sieht schwarz für große Verkehrsprojekte

Der Lückenschluss der A 1 und der Hochmoselübergang werden nach Meinung von Verkehrsminister Hendrik Hering in den kommenden Jahren die einzigen großen Verkehrsprojekte in der Region Trier bleiben. Andere Pläne würden wohl am fehlenden Geld scheitern.

Trier. Nach Angaben des Ministers am Donnerstag bei einem Redaktionsbesuch des TV fährt der Bund den Verkehrsetat von etwa sieben auf 5,8 Milliarden Euro herunter. "Bisher haben wir häufiger durch Sonderkontingente des Bundes profitiert, etwa durch 140 Millionen Euro zusätzlich für den Hochmoselübergang. Neue Projekte werden künftig nicht mehr angefangen", sagt der Minister. 2015 werde ein neuer Bundesverkehrswegeplan erstellt, der realistischer sein müsse als die bisherigen. Diese hätten "Lügengebilde" beinhaltet und seien "total überzeichnet" gewesen, sprich viel zu viele Projekte seien dort aufgelistet gewesen.

Moselaufstieg: "Die Region muss sich einig werden"



Hendrik Hering befürwortet wichtige und seit langem diskutierte Verkehrsprojekte in der Region Trier wie die Umgehung in Konz-Könen oder den Moselaufstieg (Verbindung zwischen Igel im Kreis Trier-Saarburg zur A 64 Richtung Luxemburg). Allerdings müsse "sich die Region einig werden, was sie will", sagt er unter Bezug auf Planspiele, die einen Moselaufstieg als Verlängerung der Konrad-Adenauer-Brücke in Trier beinhalten. In Sachen Nordumfahrung Trier (Direktverbindung von A 1 und A 64 bei Schweich) schlägt der Minister vor, "zunächst Teilschritte anzupeilen".

Um mehr Geld in die Kassen zu spülen und damit "die für die Wirtschaft wichtige Infrastruktur" zu verbessern, kann sich Hering das Ausweiten der LKW-Maut vorstellen. Sie könne auch auf vierspurigen Bundesstraßen wie der B 51 erhoben werden. "Man muss sogar insgesamt überlegen, die LKW-Maut auf anderen, kleineren Straßen einzuführen, um Durchgangsverkehre zu verhindern." Eine Pkw-Maut lehnt der SPD-Mann hingegen strikt ab.

Keinen Hehl macht der Sozialdemokrat aus seiner großen Skepsis bezüglich des Flugplatzes Bitburg, wo der luxemburgische Projektentwickler Frank Lamparski große Ausbaupläne hat und mit Hilfe von Investoren Tausende Arbeitsplätze schaffen will. "Das kann nicht funktionieren", meint Hering. Das Land werde sich finanziell nicht beteiligen. "Es ist strukturell nicht sinnvoll, in drei Flughäfen im Land zu investieren."

An den Flughäfen Hahn und Zweibrücken will das Land festhalten und sie konsequent weiterentwickeln. Gefahren sieht der Verkehrsminister durch die von der Bundesregierung beschlossene Luftverkehrsabgabe, die rund eine Milliarde Euro einbringen soll. Eine solche Abgabe habe es schon einmal in den Niederlanden gegeben. Dort habe sie nicht wie erhofft zu Mehreinnahmen geführt und es seien "Arbeitsplätze vernichtet worden". Nationale Alleingänge seien nicht sinnvoll. Die am Hahn stationierte irische Billigfluglinie Ryanair habe bereits angekündigt, Flugverbindungen zu streichen. "Damit würde die gute Entwicklung des Hahn beeinträchtigt."

Extra
Verkehrsprojekte in der Region:
A1 Lückenschluss Daun - Blankenheim: 34 Kilometer langes Teilstück der A1. Die Autobahn zwischen Kelberg und Daun soll 2011 fertiggestellt werden. Zwei weitere Abschnitte folgen bis 2014; Kosten: 436 Millionen Euro, Anteil Rheinland-Pfalz: 309 Millionen Euro

B 50 neu mit Hochmoselübergang: Lückenschluss zwischen der Fernverbindung von der Nordsee bis ins Rhein-Main-Gebiet. Die A 60 von der belgischen Grenze bis zur A 1 bei Wittlich wurde 2002 fertiggestellt. Jetzt folgt der Ausbau bis zur A 61 bei Rheinböllen. Der im Bau befindliche Abschnitt zwischen der A 1 und Longkamp heißt Hochmoselübergang; Kosten: Abschnitt 1 von der A 1 bis Platten: 61 Millionen Euro, im Bau seit 2003; Abschnitt II a von Platten bis Zeltingen - 182 Millionen Euro; Abschnitt II b von Zeltingen bis Höhe Kommen 88 Millionen Euro; Kostenträger: Bund B 51,

Ortsumgehung Könen: Maßnahme im "vordringlichen Bedarf", der Planfeststellungsbeschluss hat seit Oktober 2009 Bestandskraft. Der Baubeginn hängt von Finanzierungszusage des Bundes ab, die noch aussteht; Kosten: 17,3 Millionen Euro