Himmelfahrtskommando

Deutschland sucht händeringend nach einem neuen Bundestrainer. Sagen jedenfalls alle und irren gewaltig. Deutschland hat einen Bundestrainer. Der hieß und heißt seit 2002 Michael Skibbe und besitzt einen Vertrag bis 2006. Beim DFB gekündigt hat lediglich Teamchef Rudi Völler, nicht Skibbe.

Soweit die Fakten. Kann ja sein, dass der allmächtige Gerhard Mayer-Vorfelder - wie die meisten Fans des runden Leders hierzulande - ihn für ungeeignet hält. Allerdings sollte sich der Verbandsboss dann ernsthaft fragen, was für einem maroden Laden er denn da vorsteht. Denn der größte Fußballverband der Welt leistet sich einen riesigen Trainerstab und ist doch nicht in der Lage, einen akzeptablen Nachfolger aus den eigenen Reihen für Völler zu präsentieren. Was ist mit hoch bezahlten DFB-Fußballlehrern wie Erich Ruthemöller, Uli Stielike oder Horst Hrubesch? Oh Gott, da kann einem mit Blick auf die Nationalmannschaft ja ganz anders werden. Mittelmaß, wohin das Auge blickt. Auf dem Platz genau so wie an der Bande. Satte, lustlose Kicker auf der einen, ein völlig verkrusteter Verband mit zweitklassigen Trainern auf der anderen Seite. So sieht's aus. Mayer-Vorfelder sucht nicht wirklich einen neuen Bundestrainer, er sucht einen Verrückten, der bereit ist, das Himmelfahrtskommando WM 2006 zu übernehmen. Normale Menschen tun so was nicht. Und deshalb ist jetzt sogar Lothar Matthäus im Gespräch. d.schwickerath@volksfreund.de