HINTERGRUND: Schwarzmarkt-Tricks

HINTERGRUND: Schwarzmarkt-Tricks

Volker G. ist "Ebay-Profi" in der Nähe von Trier. Nach seiner Einschätzung ist es "völlig chancenlos", den Schwarzmarkt-Handel von WM-Tickets über Internet-Auktionen zu unterbinden. So funktioniert nach seinen Erfahrungen das Geschäft: Der Kartenbesitzer bietet via Ebay die Transaktion an und stellt Kontakt zu Bietern her. Öffentlich werden dabei nur die für Außenstehende nicht nachprüfbaren, jederzeit veränderbaren E-Mail-Adressen. Steht der Kontakt, führen Verkäufer und Käufer die Transaktion im privaten Mail-Austausch durch. Dabei schließen sie eine Vereinbarung über den Kauf der Karte. Der Verkäufer meldet im Vorfeld der WM die Weitergabe des Tickets unter Angabe eines fiktiven Grundes, etwa einer Erkrankung, ganz offiziell an die Fifa weiter, samt Namen und Adresse des Übernehmers. Der kann ganz normal das Spiel besuchen. Zu verhindern wäre eine solche Vorgehensweise nur durch juristisch kaum haltbare Plausibilitäts-Kontrollen bei jedem einzelnen Ticket-Weitergeber. Auffliegen könnte die Sache auch, wenn die gleiche Person in sehr vielen Fällen auftaucht – was aber angesichts der kleinen verlosten Ticket-Mengen nicht sehr wahrscheinlich ist. Dass das Organisationskomitee recht kleinlaut reagiert hat, wundert Volker G. nicht: "Die haben faktisch nichts in der Hand." Vor allem sei eine unübersichtliche Vermischung des regulären Kartentauschs und der Geschäftemacherei zu befürchten. Deshalb empfiehlt er, eine offizielle Tauschbörse einzurichten. (DiL)