HINTERGRUND

Wie gefährlich ist die Vogelgrippe? Können auch Säugetiere - etwa Haustiere wie Hunde und Katzen - an der Vogelgrippe erkranken? Fleischfresser können sich infizieren, wenn sie große Mengen des Erregers aufnehmen.

Dies könnte bei der Verfütterung von an Geflügelpest erkrankten oder verendeten Hühnern geschehen. So gibt es Berichte aus Südostasien, dass Großkatzen (Tiger, Jaguare) in Zoos über diesen Weg erkrankten und starben. Katzen können mit H5N1 Virus infiziert werden und erkranken, allerdings sind hier große Virenmengen erforderlich. Katzen spielen bei der Verbreitung des Virus bisher keine Rolle.Unabhängig von der Vogelgrippe sollten Hauskatzen, die als Freigänger gehalten werden, generell keine Singvögel jagen. Dies kann durch geeignete Maßnahmen wie zum Beispiel das Tragen eines Glöckchens am Halsband vermieden werden. Eine Erkrankung von Hunden ist bis jetzt nicht bekannt. Bei Schweinen wurden lediglich in acht von rund 3000 untersuchten Tieren in Vietnam Hinweise auf einen Kontakt mit dem Erreger gefunden. Allerdings war das Virus bei keinem der Tiere nachweisbar, keines der Tiere zeigte eine klinische Erkrankung. Auch in Infektionsversuchen erwiesen sich Schweine als wenig empfänglich für das Virus. Infizierte Tiere waren nicht in der Lage, das Virus zu vermehren oder die Infektion weiter zu verbreiten. Pflanzenfressende Haustiere sind in der Regel wenig gefährdet, sich mit H5N1 zu infizieren. Rinder sind noch nie als Träger von Influenza-Viren aufgefallen und gelten allgemein als resistent. Pferde sind zwar von Infektionen mit Influenza-Viren betroffen, allerdings handelt es sich um völlig andere Subtypen. Insgesamt besteht für die Übertragung von H5N1 zwischen Vögeln und Säugetieren eine erhebliche Barriere. Säugetiere und Menschen müssen sehr große Virusmengen aufnehmen, um sich zu infizieren. Selbst bei einer Erkrankung scheiden Säugetiere und Menschen nur sehr wenig von dem Virus aus, so dass sich die Erkrankung unter ihnen nicht weiter verbreitet. Können sich Menschen an infizierten Vögeln oder Säugetieren anstecken? Am empfänglichsten für die Geflügelpest ist Hausgeflügel, besonders Hühner und Puten. Nur sie scheiden im Krankheitsfall so viel Virus aus, dass sich andere Tierarten oder Menschen anstecken können. Enten und Gänse bilden ein natürliches Reservoir für Influenza-Viren. Menschen sollten daher in den von Geflügelpest betroffenen Gebieten Kontakt zu Geflügel meiden und auf den Besuch von Geflügelmärkten verzichten. Geflügelfleisch sollte nur gut durchgekocht oder durchgebraten verzehrt werden, gleiches gilt für Eier. Bis jetzt ist kein Fall einer Virusübertragung von Wildvögeln oder Säugetieren auf Menschen bekannt. Können Greifvögel, Tauben, Schwalben und Störche an Vogelgrippe erkranken? Bis jetzt sind einzelne Fälle von Erkrankungen bei Greifvögeln aufgetreten, aus Asien gibt es vereinzelte Berichte über Singvögel. Infizierte Schwalben oder Störche wurden bisher nicht gefunden. Tauben sind für Geflügelpest weit weniger empfänglich als Hühner und Puten. Eine Infektion mit dem H5N1 Virus kann jedoch auch bei Tauben zu Erkrankungen und Todesfällen führen. Infizierte Tauben scheiden den Erreger allerdings nur in sehr geringen Mengen aus, so dass das Verbreitungsrisiko durch diese Tiere auf Basis der bisherigen experimentellen Daten als gering eingeschätzt wird. Von Störchen, Schwalben, Spatzen und anderen Singvogelarten geht in Deutschland aufgrund der derzeitigen Informationen kein besonderes Risiko einer Übertragung der Vogelgrippe aus. Wie lange ist das Virus im Geflügelkot infektiös? Wie lange das Virus im Kot infektiös bleibt, hängt von den Umweltbedingungen ab. Generell bleibt es in kalter, feuchter Umgebung länger aktiv als in warmer, trockener. Außerdem inaktiviert Sonnenlicht das Virus. Bei 15 bis 20 Grad Celsius bleibt das Virus mehrere Tage infektiös, bei vier Grad Celsius deutlich länger. Quelle: Friedrich-Loeffler-Institutes Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit