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Hochwasser: Wie die Luxemburger mit der Unwetterlage kämpfen

Hochwasser&Regen : Nach der Evakuierung kommt das Aufräumen

Verunreinigets Trinkwasser, abgerutsche Straßen, überflutete Orte und Schlamm allerorten: Auch in Luxemburg kämpfen die Menschen mit den Folgen des Unwetters.

() Das Anschwillen der Grenzflüsse von Sauer und Our hat auch im Großherzogtum für historische Ausmaße gesorgt. So haben die Hochwassermassen die Grenzgemeinden zu Deutschland an der Untersauer - Born, Steinheim und Rosport – fast vollkommen überflutet. Fast 300 Menschen werden dort in Sicherheit gebracht, Dutzende davon in Booten, weil sie nicht mehr in ihren Häusern bleiben konnten. Auch große Teile der Städte Vianden und Echternach werden evakuiert. So helfen rund 50 Soldaten der Luxemburger Armee dem großherzoglichen Feuerwehr- und Rettungskorps (CGDIS) in Echternach, Menschen aus ihren Häusern zu holen und ins Kulturzentrum Trifolion als Notunterkunft zu bringen. Die Stadt hat zudem 100 Hotelzimmer für sie reserviert.

In Vianden war am frühen Nachmittag an der Our ein Teil der Schutzmauer zusammengebrochen. Als am späten Nachmittag aus dem Stausee in Esch/Sauer mehr Wasser als gewohnt abgelassen wird, steigt der Wasserpegel der Sauer noch einmal kurz an. Die Stadt Ettelbrück war teilweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Mehrere Dutzend Straßen sind in Luxemburg derzeit nicht passierbar. Die CGDIS verzeichnet bis zum Abend rund 1200  Einsätze der Hilfskräfte im Zusammenhang mit den Überschwemmungen. Zudem soll in mehreren Gemeinden wie etwa in der Region Müllerthal und in Befort kein Trinkwasser benutzt werden, da die Brunnen verunreinigt sind, der Zugverkehr fällt in Teilen des Landes aus.Ebenso wie der Schulbetrieb.

Premierminister Xavier Bettel macht sich vor Ort ein Bild der dramatischen Lage: In den hauptstädtischen Stadtteilen von Luxemburg, Clausen, Grund und Pfaffenthal tröstet er mit Gummistiefeln im Schlamm stehend die Anwohner mit einer Umarmung, in Echternach und Rosport macht er sich ebenfalls ein Bild von der Lage vor Ort und redet mit Betroffenen. Derzeit rechnet der Luxemburger Verband der Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen mit einem Schaden von mehr als 50 Millionen Euro. Wie durch ein Wunder gibt es bislang keine Verletzten.