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Hochwasser: Wie die Luxemburger mit der Unwetterlage kämpfen

Hochwasser&Regen : Nach der Evakuierung kommt das Aufräumen - Wie die Luxemburger mit den Flutschäden klarkommen

Verunreinigtes Trinkwasser, abgerutschte Straßen, überflutete Orte und Schlamm allerorten: Auch in Luxemburg kämpfen die Menschen mit den Folgen des Unwetters.

() Das Anschwillen der Grenzflüsse von Sauer, Our und Mosel hat auch im Großherzogtum für historische Ausmaße gesorgt. So haben die Hochwassermassen die Grenzgemeinden zu Deutschland an der Untersauer - Born, Steinheim und Rosport – fast vollkommen überflutet. Fast 300 Menschen wurden dort in Sicherheit gebracht, Dutzende davon in Booten, weil sie nicht mehr in ihren Häusern bleiben konnten. Auch große Teile der Städte Vianden und Echternach wurden am Donnerstag evakuiert. So helfen rund 50 Soldaten der Luxemburger Armee dem großherzoglichen Feuerwehr- und Rettungskorps (CGDIS) in Echternach, Menschen aus ihren Häusern zu holen und ins Kulturzentrum Trifolion als Notunterkunft zu bringen. Die Stadt hat 100 Hotelzimmer für sie reserviert. Noch am Freitag können die meisten nicht zurück, weil entweder noch Wasser in den Häusern steht oder die Stadt die Gebäude aus Sicherheitsgründen noch nicht freigegeben hat.

In Vianden war am Donnerstag an der Our ein Teil der Schutzmauer zusammengebrochen. Als am späten Nachmittag aus dem Stausee in Esch/Sauer mehr Wasser als gewohnt abgelassen wurde, stieg der Wasserpegel der Sauer noch einmal kurz an. Die Stadt Ettelbrück war teilweise von der Außenwelt abgeschnitten. Zwar haben sich die Wasserfluten im Laufe des Freitags langsam zurückgezogen, doch sind die Rettungskräfte nach wie vor im Einsatz – denn punktuell würden laut CGDIS noch immer Menschen evakuiert.

Eindrücke nach der Flutkatastrophe an der Sauer

Am Freitag sind luxemburgweit 98 Straßen weiterhin nicht passierbar, vor allem rund um die Hauptstadt Luxemburg, um Echternach, Vianden, Diekirch und Ettelbrück im Osten und Nordosten des Großherzogtums. Die Bahnlinie 10 nach Thionville in Frankreich ist gesperrt. Die CGDIS verzeichnete allein am Donnerstag bis zum Abend rund 1200  Einsätze der Hilfskräfte im Zusammenhang mit den Überschwemmungen. Zudem soll auch weiterhin in mehreren Gemeinden wie etwa in der Region Müllerthal und in Befort kein Trinkwasser benutzt werden, da die Brunnen verunreinigt sind. 

Premierminister Xavier Bettel hat sich am Donnerstag sich vor Ort ein Bild der dramatischen Lage gemacht: In den hauptstädtischen Stadtteilen von Luxemburg, Clausen, Grund und Pfaffenthal tröstet er mit Gummistiefeln im Schlamm stehend die Anwohner, auch Echternach und Rosport besucht er. Am Freitag kommt auch Großherzog Henri unter anderem nach Vianden. Derzeit rechnet der Luxemburger Verband der Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen mit einem Schaden von mehr als 50 Millionen Euro. Wie durch ein Wunder gibt es bislang keine Verletzten. Die Warnstufe rot soll in Teilen des Landes bis zum Samstag andauern.