Horror-Fotos gegen horrende Opferzahlen

Horror-Fotos gegen horrende Opferzahlen

Berlin . Raucherbeine, Teerlungen und Tumore: Mit Bildern von schlimmen Gesundheitsschäden auf Zigarettenschachteln will die Deutsche Krebshilfe erreichen, dass Rauchern die Lust auf den blauen Dunst ein für allemal vergeht.

Die Deutsche Krebshilfe will den Kampf gegen das Rauchen abermals verschärfen und fordert deshalb drastische Maßnahmen vom Gesetzgeber. So sollten nicht nur sämtliche Zigaretten-Automaten abgeschafft und die Tabakwerbung verboten werden. Zusätzlich sollten, so Vorstandsmitglied Professor Peter Propping am Montag, die neuen großen Warnhinweise auf den Zigarettenschachteln ("Rauchen tötet") durch grelle Warnbilder ergänzt werden. Auf Fotos könnten etwa Raucherbeine oder Teerlungen abgebildet werden, hieß es auf der Jahrespressekonferenz in Berlin. Andere Länder hätten damit "große Erfolge" verzeichnet.Krebshilfe gibt 2003 73,2 Millionen Euro aus

Die Deutsche Krebshilfe, 1974 von Mildred Scheel, der Frau des damaligen Bundespräsidenten, gegründet, versucht seit nunmehr 30 Jahren, die Bevölkerung für das frühere Tabuthema Krebs zu sensibilisieren. Noch immer gehöre zur Krebsprävention eine vernünftige Tabak-Kontrollpolitik, sagte Propping. Denn nach wie vor stürben allein in Deutschland Jahr für Jahr rund 140 000 Menschen an den Folgen des Tabak-Missbrauchs. Deshalb müssten neben den bereits genannten Maßnahmen die Subventionen für den Tabakanbau gestrichen und der Tabakschmuggel aktiver bekämpft werden, sowie eine überzeugendere Abgrenzung zwischen Politik und Tabakindustrie erfolgen. Insgesamt sei das Jahr 2003 für die Deutsche Krebshilfe sehr erfolgreich verlaufen. Mit den Ausgaben in Höhe von 73,2 Millionen Euro seien "178 wichtige, richtungsweisende Projekte" gefördert worden, sagte der Vorstandsvorsitzende Friedrich Carl Janssen vor der Presse. Den größten Einnahmeposten stellten 2003 die insgesamt 422 Erbschaften und Vermächtnisse dar, mit der Rekordsumme von 30,2 Millionen Euro. Rund 22,6 Millionen Euro erhielt die Krebshilfe aus Einzelspenden und Mitgliedsbeiträgen. Der Rest kam aus Veranstaltungen, Aktionen, Zins- und Wertpapier-Erträgen. Für klinische Maßnahmen und Forschung wurden 30 Millionen Euro ausgegeben, Kinderkrebsprojekte profitierten mit fast acht Millionen Euro. Janssen teilte - auch in Vertretung der terminlich verhinderten Präsidentin Dagmar Schipanski - ferner mit, dass sich die Deutsche Krebshilfe aufgrund der zunehmenden Arbeitsbelastung eine neue Organisationsform gegeben hat. An die Stelle des Medizinischen und des Wissenschaftlichen Beirates traten am 1. Januar 2004 sechs Fachausschüsse (Forschung, Versorgungsmaßnahmen, Nachwuchsförderung, Therapiestudien, Selbsthilfe und Früherkennung) mitjeweils einem Vorsitzenden. In allen Ausschüssen arbeiten nach Angaben Janssensnamhafte Experten aus Medizin, Wissenschaft und Wirtschaft, die sich ehrenamtlich für die Deutsche Krebshilfe engagieren.

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