Idol und Kollege

Betroffenheit über den schweren Unfall Michael Schumachers herrscht auch bei den Motorsportlern aus der Region. Ihre Genesungswünsche, verbunden mit persönlichen Erinnerungen, begleiten den Rekord-Weltmeister. Der TV hat Stimmen gesammelt.

Trier. Nordschleifen-Spezialist Rudi Adams (51) aus Ahütte am Nürburgring hatte den ersten Kontakt mit Michael Schumacher, als dieser noch Werksfahrer bei Mercedes in der sogenannten Gruppe-C-Weltmeisterschaft (Sport-Prototypen) war. Adams\' Eindruck über den jungen Michael Schumacher: "Seine besonderen Fähigkeiten lagen darin, dass er ein guter Teammotivator war. Seine Autos wurden mit Leichtigkeit perfekt auf jede Strecke abgestimmt. Sein Ehrgeiz trieb ihn immer zu Höchstleistungen an. Dieser Ehrgeiz hat ihm nicht nur Freunde verschafft."
Arno Klasen (40) aus Karlshausen (Eifelkreis Bitburg-Prüm), erfolgreicher 24-Stunden-Pilot und Teamkollege von Adams bei McLaren, sagt: "Tragisch ist das vor allem für die Familie. Offensichtlich war auch der Sohn bei dem schrecklichen Geschehen dabei. Aber ich wehre mich dagegen, einen Zusammenhang zwischen Motorsport und zu hoher, unverantwortlicher Risikobereitschaft herzustellen."
Der Irreler Phillip Leisen (28), seit Jahren im Motorsport, kann sich besonders gut in diese Lage versetzen. Leisen wurde bei einem Unfall vor einigen Jahren auf dem Norisring schwer verletzt, fuhr aber einige Monate später wieder. Seine Einschätzung: "Wir sind uns nur einmal kurz begegnet. Dennoch habe ich über Jahre eine Verbindung zu ihm aufgebaut, habe mitgefiebert vom ersten bis zum letzten WM-Titel. Ich erinnere mich noch an den ersten Titel gegen Damon Hill, als Schumacher nach dem Crash lange am Zaun an der Strecke stand und nicht wusste, was denn nun Sache war."
Rallye-Pilot Alexander Rath (28) aus Trier, der 2014 im Opel Adam R2 in der Europameisterschaft fahren wird, gesteht: "Michael Schumacher ist auf jeden Fall ein Kindheitsidol. Ich war ganz fasziniert von seinem Ehrgeiz und seiner Kunst, ein Formelauto zu bewegen. Nicht in Worte zu fassen, wie der Mann den Motorsport geprägt hat. Ich hoffe, dass er wieder auf die Beine kommt."
(jüb)/TV-Fotos (4): J. C. Braun