Im Gespräch

Viele von Ihnen erhalten einmal im Jahr einen Brief von Ihrer Krankenkasse. Inhalt: Ein Fragebogen zur Familien-Versicherung, also zu dem bei Ihnen mitversicherten Familienangehörigen. Das ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

In vielen Fällen macht das Sinn, weil da ja irgendwelche Veränderungen eingetreten sein könnten. In mindestens ebenso vielen Fällen ist es jedoch schlichtweg Unsinn, immer wieder die Beantwortung derselben Fragen abzufordern, die man bereits früher mehrfach gegeben und an denen sich absolut nichts geändert hat. Nun ist bekannt, dass in den Chef-Etagen der deutschen Krankenversicherungen hoch bezahlte Köpfe sitzen. Und auch die Ministerial-Bürokraten, die sich Fragebogen-Inhalte ausdenken, sind nicht gerade schlecht besoldete Hilfskräfte. Deshalb kann man sich eigentlich nur wundern, dass von diesen bis heute anscheinend noch keiner auf die simple Idee gekommen ist, diesen Fragebogen einfach um eine Rubrik zu ergänzen, die man mit einem Federstrich ohne Zeitverschwendung abhaken könnte: "Keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr." Aber schon unsere Großeltern hatten ja vergeblich auf Geistesblitze von Bürokraten gehofft, und deshalb den geflügelten Ausspruch geprägt: Von der Wiege bis zur Bahre - Formulare, Formulare! Ich wünsche Ihnen trotzdem ein schönes Wochenende Ihr Walter W. Weber Chefredakteur

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