Im Gespräch

Zwischen Gerhard Schröder und George W. Bush herrscht zurzeit wegen der Irak-Frage Eiszeit. Doch auch in der Vergangenheit war das Verhältnis zwischen deutschen Bundeskanzlern und amerikanischen Präsidenten oft nicht frei von persönlichen Spannungen und politischen Belastungen. Zwischen dem alten Konrad Adenauer und dem jungen John F. Kennedy stimmte die Chemie nicht. Ludwig Erhardt wurde von dem rauhbeinigen Texaner Lyndon B. Johnson mit schon fast demütigender Herablassung behandelt. Willy Brandt wiederum wurde von Richard Nixon wegen seiner Ostpolitik misstrauisch beäugt und aufDistanz gehalten. Von Helmut Schmidt und Jimmy Carter ist bekannt, dass sie ihre gegenseitige Abneigung in Gesprächen herausbrüllten. Nur zwischen Helmut Kohl und Ronald Reagan, Bush sen. - dem Vater des heutigen Präsidenten - und dessen Nachfolger Bill Clinton herrschte fast durchgängig Harmonie. Was allerdings die heutige Situation von früheren unterscheidet: Nie war der Karren so verfahren wie jetzt bei Schröder und Bush. Vor allem aber: Nie belastete das persönliche Verhältnis der Spitzenpolitiker die deutsch-amerikanischen Beziehungen insgesamt so stark, wie das heute der Fall ist. Bis zum nächsten Mal Ihr Walter W. WeberChefredakteur