Im Gespräch

Jede Woche beginnt für den Kanzler mit Ärger. Dann erscheint in der "Bild"-Zeitung die Kolumne seines Intimfeindes Oskar Lafontaine. Und der knüppelt auf Gerhard Schröder fast jedes Mal verbal heftig ein. Und das kann der Kanzler längst nicht mehr ignorieren. Und deshalb - für ihn selbst war das bis jetzt unter seiner Würde - lässt er immer öfter andere Mitstreiter darauf reagieren. In Vergessenheit geraten ist, dass der Publizist Oskar Lafontaine, als er noch SPD-Bundesvorsitzender war, seine Parteigenossen aufgefordert hatte, gemeinsam mit ihm genau diese Zeitung interviewmäßig zu boykottieren, für die er inzwischen selbst schreibt. Wenn das nicht konsequent ist! Nun hat eine repräsentative Umfrage für die "Saarbrücker Zeitung" vor einigen Tagen ergeben, dass 62 Prozent der Saarländer glauben, dass Lafontaine bei der Landtagswahl in einem Jahr als SPD-Spitzenkandidat gegen den CDU-Ministerpräsidenten Peter Müller antreten wird. Wenn das so käme, müsste das eigentlich konsequenterweise das Ende des "Bild"-Kolumnisten Lafontaine sein. Nur: Was heißt bei ihm schon konsequent? Ein schönes Wochenende. Ihr Walter W. Weber Chefredakteur