Im Gespräch

Zwölf Jahre lang war sie Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein. Stets umgeben von Referenten, Personenschützern und ihren Fahrern, fremdgesteuert durch ihren Terminkalender. Dann, vor einem Jahr, am 17. März 2005, stürzte sie ins Bodenlose. In vier Wahlgängen scheiterte Heide Simonis. Sie wurde nicht wiedergewählt. Aus der Politikerin wurde über Nacht plötzlich wieder eine Privatperson. Und die gestand kürzlich einem Reporter des Berliner "Tagesspiegel", dass sie anschließend erst wieder vieles lernen musste, Autofahren zum Beispiel, vor allem Einparken.Heide Simonis hatte das Leben eines Normalbürgers verlernt. Plötzlich stand sie ohne all die dienstbaren Geister da, die für sie zwölf Jahre lang die alltäglichen Kleinigkeiten erledigt hatten. Ein Schicksal, das sie mit vielen ehemaligen Spitzenpolitikern teilte. Eine Gesetzmäßigkeit, die eigentlich jedem bekannt sein müsste, bevor er sich auf eine solche Polit-Karriere einlässt.

Da fragt man sich allerdings als ganz normaler Wahlbürger: Warum verlernen solche Menschen überhaupt erst die normalen Anforderungen des Alltags, obwohl sie ganz genau wissen, dass sie sie irgendwann doch wieder mühsam lernen müssen?

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende

IhrWalter W. Weber

Chefredakteur

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