Im Gespräch

Die Ansicht, für Journalisten sei nur eine schlechte Nachricht eine "gute", weil interessante Nachricht, ist seit jeher ein weit verbreiteter - und anscheinend unausrottbarer - Irrtum. Mehrere Schlagzeilen auf der Titelseite des Trierischen Volksfreunds aus den vergangenen acht Tagen zeigen, dass das so einfach nicht stimmt.

Vor genau einer Woche konnten Sie lesen: "50 Millionen Schuldenerlass: ctt gerettet - Trierer Gesundheitskonzern: Beschäftigte atmen auf." Am Montag dieser Woche lautete die Schlagzeile: "Aufwärtstrend: Weniger Pleiten in der Region - 20 Prozent Rückgang - besser als Bundesschnitt." Und am Dienstag schließlich: "Ausbildung: Region Trier an der Spitze - noch 870 freie Lehrstellen." Drei Tage hintereinander, drei Schlagzeilen, drei Positiv-Beispiele. Natürlich hätte man an diesen Tagen auch mit anderen Themen und negativen Schlagzeilen aufmachen können: Etwa mit den schlechten Ernte-Aussichten in der Landwirtschaft oder dem Streit in der Union über den Kündigungsschutz. Und es gibt auch Tage - leider allzu viele -, an denen man beim besten Willen nicht darum herumkommt, eine Negativ-Schlagzeile zu machen. Doch wirklich Positives vermelden zu können, das macht uns Zeitungsmachern eigentlich mehr Spaß. Und das gilt sicher auch für Sie, liebe Leserin, lieber Leser, bei der Lektüre. Zumal dann, wenn es um unsere Region geht, in der einiges eben besser ist als andernorts. Was ja auch etwas aussagt über die Lebensqualität und das Lebensgefühl hierzulande. Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende. Ihr Walter W. WeberChefredakteur