Im Gespräch

In einer überregionalen Tageszeitung las ich kürzlich den Satz "Gott erlebt zurzeit ein sensationelles Comeback". Nicht etwa in der Wochenend-Beilage oder im Feuilleton, sondern auf der ersten Seite, befand sich ein Bericht über Wissenschaftler der Universität Turin, die jetzt festgestellt haben, dass Beten in Europa und Amerika wieder in ist. Sie sehen darin eine deutliche Trendwende. Denn noch 1995 hatte die katholische Universität Mailand auf Grund einer Studie die These vertreten, dass die Zahl der Menschen, die niemals beten, in Zukunft kontinuierlich zunehmen werde. Das Gegenteil scheint also jetzt der Fall zu sein. Manche Theologen werden darüber gleichwohl nicht glücklich sein, denn das verstärkte Beten bedeutet nicht gleichzeitig auch eine Wiederhinwendung zur Institution Kirche. Kirchenaustritte sind weiter an der Tagesordnung. Warum also beten Menschen, obwohl sie den Kirchen fern bleiben? Weil es ihnen das Gefühl gibt, nicht allein zu sein, war die Antwort, die die Turiner Wissenschaftler am häufigsten zu hören bekamen. Eine Antwort, die uns Journalisten genauso nachdenklich stimmen muss wie Kirchenmänner. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende Ihr Walter W. WeberChefredakteur