Im Gespräch

Es gibt Menschen, die ein brillantes Bild auf dem Fernsehbildschirm abgeben, aber schlagartig jede Faszination verlieren, wenn man sie in natura erlebt. Bei anderen ist es genau umgekehrt. Im Fernsehen wirken sie farblos, ohne Ausstrahlung, vielleicht steif oder sogar unnahbar bis zur Überheblichkeit.

Erlebt man solche Menschen dann einmal persönlich, kippt nicht selten ganz schnell dieses Bild, das man von ihnen im Kopf hat, und damit jedes Klischee und jedes Vorurteil. Zuerst ist man verblüfft. Und dann beeindruckt: Von Bescheidenheit und Natürlichkeit, von Charme und Ausstrahlung, von Humor und wohltuender Gradlinigkeit und auch von der Brillanz einer Argumentation und Gesprächsführung. Genau das trifft auch auf zwei Persönlichkeiten zu, die in der Öffentlichkeit in der Vergangenheit eigentlich immer schlecht abgeschnitten haben: Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, und Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Das aber zeigt eines: Das Medium Fernsehen - bei all seinen Stärken - kann niemals ein so exaktes Bild von einer Persönlichkeit vermitteln, wie es die objektiven Worte eines gut geschriebenen Porträts in einer Zeitung können. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende Ihr Walter W. Weber Chefredakteur