Im Land der Stagnation

Manche Probleme werfen ein Schlaglicht auf das schlechte Ganze. So steht es auch beim Fachkräftemangel, den viele beklagen, ohne dass sich Wesentliches ändert. Das Netz von Unzulänglichkeiten und fehlenden Perspektiven in diesem Bereich ist ein geradezu klassisches Beispiel für die Stagnation, die sich über das Land gelegt hat.

Es wäre ja einfach, wenn man für die absehbare Arbeitskräfte-Misere einen Verantwortlichen finden könnte. Aber das Problem ist komplex und darum für Schuldzuweisungen wie geschaffen. Die Unternehmer zeigen aufs Arbeitsamt, auf die Gewerkschaften und auf die Politik und beklagen bürokratische Gängelung. Gewerkschafter und Politiker spielen den Ball zurück und kritisieren die stetig sinkende Ausbildungsbereitschaft - nicht nur bei den Handwerksbetrieben. Die wiederum beklagen völlig zu Recht den katastrophal niedrigen Bildungsstand der Hauptschulabsolventen. Schulen und Lehrer sind dann die letzten in der Kette. Die werden bekanntlich von den Hunden gebissen. Dabei muss die Standortsicherung bei der Bildung ansetzen. Verstärkte Qualifizierung ist der einzige Weg aus der drohenden Krise. Sie fängt mit der Schule an und hört im Alter noch lange nicht auf. Bildung ist Zukunft. Wer das vergisst, hat die Zukunft verspielt. m.moeller@volksfreund.de