Immer mehr Gift in Obst und Gemüse

Immer mehr Gift in Obst und Gemüse

TRIER. (wie) Wie sicher sind unsere Lebensmittel? Das Bundesamt für Verbraucherschutz schlägt Alarm: In 60 Prozent des Obsts und Gemüses finden sich Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Auch im Land finden die Lebensmittelkontrolleure immer öfter Gift in Salat, Paprika und Trauben.

Das klingt verlockend: Einen schönen knackigen Kopfsalat, mit Gurken und Paprika. Zum Nachtisch Trauben. Vorsicht: Statt Vitaminen könnte man einen wahren Giftcocktail zu sich nehmen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit schlägt Alarm: In 60 Prozent der untersuchten Lebensmittel finden sich Rückstände von Pflanzenschutzmitteln - vor allem, wenn sie aus dem Ausland importiert werden. Besonders betroffen: Rucola, Paprika, Gurken, Johannisbeeren und Tafeltrauben. Über 70 Prozent des in Deutschland verkauften Obsts und Gemüses stammt aus dem Ausland, vor allem aus Spanien und den Niederlanden. In jeder dritten Probe des Modesalats Rucola und in jeder fünften Untersuchung von Paprika wurden die Höchstmengen von Pflanzenschutzmittel-Resten übertroffen. In 16 von knapp 16 000 Proben gehen die Experten davon aus, dass eine Gesundheitsgefahr deswegen bestehen könnte. Kaum belastet sind Kartoffeln und Getreide. Auch bei Kiwis, Orangen, Zitronen, Möhren und Tomaten sind die Giftdosen geringer als erlaubt. Entwarnung gibt es bei Baby-Nahrung, Bananen, Broccoli, Pilzen, Spargel und Zwiebeln. Dort wurden keine Überschreitungen der Höchstwerte für Pflanzenschutzmittel-Rückstände festgestellt.Auch in Rheinland-Pfalz wird belastetes Obst und Gemüse verkauft. Bei 351 Proben von Gemüse wurde im vergangenen Jahr in 26 Fällen eine Überschreitung der Höchstwerte festgestellt, in 151 Fällen konnten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln noch nachgewiesen werden. Vor allem Kopfsalat erweise sich als Fundgrube für Pflanzengifte, heißt es beim zuständigen Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz. Beim Obst sieht es noch schlimmer aus: Bei 365 Proben wurde in acht Fällen die Höchstgrenze überschritten, bei 258 Untersuchungen wurden Rückstände festgestellt. Alarmierend: Während bei Gemüse und Salat vor allem Import-Ware betroffen ist, finden sich laut LUA auch beim Obst aus Deutschland zunehmend Pflanzengifte.

Trotzdem: "Wir empfehlen, nach heimischem Obst und Gemüse zu fragen. Hier sind die Verbraucher auf der sicheren Seite", sagt Herbert Netter vom Bauern- und Winzerverband. Nirgends gäbe es so strenge Pflanzenschutzmittel-Vorschriften wie in Deutschland, sagt auch Norbert Schäfer, Vorsitzender der Obstbauern im nördlichen Rheinland-Pfalz. Daher seien deutsche Äpfel, Pflaumen oder Erdbeeren "sauber".

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